Preise:
Silberner Bär Langfilm, Festival der Nationen, Österreich
Zusammenfassung:
Anne ist 18 und hat ihr Abitur in der Tasche.
Sie fährt zu Onkel und Tante aufs Land – zum Ausspannen.
Eigentlich kennt sie die beiden kaum, doch das ist gut so.
Kaum angekommen wird sie von Dennis angesprochen.
Dennis ist Künstler. Das sagt er jedenfalls.
Anne ist müde, sie will nur ihre Ruhe.
Dass sie kurz darauf auf Maik trifft, macht die Sache auch nicht besser.
Aber egal, niemand kennt sie hier, sie muss keine Rechenschaft ablegen.
Nach einer Weile fangen Onkel und Tante an zu nerven. Anne soll sich einbringen. Das ist nicht ihr Ding.
Aber zum Glück gibt es da noch diese anderen beiden: Dennis und Maik.
Dennis und Maik waren Freunde, sehr gute sogar. Bis zu diesem einen Tag. Danach war Dennis einfach weg - Maik blieb.
Anne spürt, dass etwas nicht stimmt. Sie beginnt mit den beiden zu spielen. Nur nichts Ernstes.
Oder spielen Dennis und Maik etwa mit ihr?
Langsam verliert Anne die Kontrolle. Sie lässt sich treiben. Sie will sich nicht entscheiden.
Aber die Party verlässt sie mit Maik. War das ein Fehler?
Die Dinge eskalieren. Ein Anruf ihres Vaters wirft Anne vollends aus der Bahn. Also geht sie auf Dennis’ und Maiks Vorschlag ein.
Sie wollen mit ihr das "Todesspiel" spielen, im alten Bergwerk. So wie damals, bevor ihre Freundschaft endete...
Wow, krass, ein kompletter Langfilm ... ich glaub das ist Premiere auf HM...
Also Gratulation auf jeden Fall erstmal dafür, dass Ihr ein LANG-Film-Projekt durchgezogen habt, das ist schon beachtlich. Ansonste: Okay, kann mom. nicht alles sehen (Zeitmangel ... is halt doch eine anderes Medium, das Web), hab aber einfach mal durchgesteppt - einfach mal ein bissl eher unzusammehängende und technische Kritik:
- Ton-Probleme: Dialogfilm braucht einfach glasklaren Ton, kamma nix machen. Is natürlich immer ein Problem beim Dreh. Is hier ja auch nicht katastrophal. Aber manchmal lenken schwere Sprachverständlichkeit und viele/laute Umgebungsgeräusch ziemlich vom Dialog/Inhalt/Film ab - und letztere sind sogar eine verpasste Gestaltungs-Chance (-> Sounddesign).
- Licht und Grading: Größtenteils einfach zu wenig mit Licht und Farben gestaltet. In Dialogszene im Auto viel zui krasses Grading (Farbsäume!).
- Musik: Bisweilen ganz nett. Könnte noch etwas mehr und gezielter eingesetzt werden.
- Schaupiel: Jo. Jetzt nicht grad wirklich pralle, aber auch nicht wirklich schlecht, oft sogar passabel. Problem sind eher die streckenweise etwas zu unnatürlichen Dialoge (und wir sind hier in nem Dialogfilm ...)
- Timing: Sollte alles viel knackiger daherkommen bzw. dynamischer (Längen sind okay, aber nur wenn sie als Gegengewicht zu knackigen Sequenzen stehen, und somit als Längen nicht langweilig werden).
So, wer hat noch mehr dazu zu sagen?
Wie gesagt: Langfilm => Beachtlich!
gruß,
daniel
12:26
Wow jetzt hab ich das Epos doch tatsächlich durchgeschaut...Respekt, ist eine ordentliche Leistung. Zu Beginn ist es noch ein wenig durchschnittlich, ich finde aber das Niveau steigt bis zum Schluss an. Es gibt nach und nach immer mehr Konfliktpotential, die Informationen sind gut gestreut über den Film, die Bezeiheungen und Entwicklungen der Charaktere glaubhaft. Was ich auch sehr schön fand vom Drehbuch her, dass es einen Hintergrund hinter den Ereignissen gibt, der manchmal nur angedeutet wird aber zur Glaubwürdigkeit beiträgt (z.b. Konflikt von Onkel und Vater, Onkel und Tante bzgl. Onkels Vergangenheit), das alles wird nur eingesetzt um die Geschichte einzubetten.
Auch von mir ein paar lose Punkte:
Ton: ja der Ton Level ist recht unterschiedlich und manchmal ist die Sprache kaum zu verstehen, das könnte man noch verbessern
Musik: passt ganz gut, gerade auch die nicht-melodische Musik an einigen Stellen. An eine Stelle erinner ich mich jetzt noch, wo ich vielleicht lieber keine Musik gemacht hätte, wenn Dennis Anne das Bild schenkt da den Bereich.
Schauspiel: Klar sind keine Profis und zu Beginn auch etwas überzogen gespielt, wird aber immer besser und Ausfälle gibts nicht. Grad bei so Wutausbrüchen oder ähnlichem merkt man dass da doch Erfahrung vorhanden ist. Dialoge waren nicht immer die knackigsten aber ich hatte den Eindruck dass zumindest ein wenig improvisiert wurde und das ganze dadurch natürlich wirkte, wenn auch nicht an allen Stellen.
Kamera: funktioniert gut diese ständig bewegte Kamera, ist auch nicht einfach wild drauflos, man merkt der Kameramann wusste was als nächstes passiert und hat das unterstützt.
Am Ende im Bergwerk hätte es durchaus ne ganze Menge weniger Licht vertragen und da hätte man noch einiges mehr mit Sound machen können. Die Auflösung am Schluss finde ich ein wenig zu schnell oder leicht, so als ob noch nicht alle Fäden richtig abgeschlossen wären.
Ein Stelle gabs auch noch, weiß nicht mehr genau wo, ich glaub wo man Dennis allein im Garten vor der Leinwand sieht, da fand ich komisch, dass plötzlich die Protagonistin nicht mehr im Mittelpunkt steht, es ist ja eigentlich ein Film über Anne und ihren Sommer. Aber nicht weiter wild, weiß auch nicht warum diese Stelle das gerade war.
Geilster Spruch: ich mach mich schön mit dem Fön. :D
Nee also wie gesagt, ich halt ja schon bei vielen 5 Minütern nicht durch...gut ich habs jetzt auch nicht am Stück gesehen aber war immer gespannt was weiter passiert. Und weite Strecken des Films sind durchaus fernsehtauglich (und das nicht nur weil das Niveau im Fernsehn niedrig ist ;).
Am Besten wirkt der Film jedenfalls vom Anfang durch, die Entwicklung bekommt man vielleicht beim Durchzappen nicht so ganz mit. (nein, soll keine Kritik sein Daniel ;)
17:36
Macht Lust auf mehr
Hallo
mit meinem Internetzugang kann ich den Film leider nicht als Ganzes ansehen, weil das Bild immer stockt zum Nachladen. Die Story liest sich gut und der Film macht Lust auf mehr.
Kannst du mir den Film als Dateianhang per mail schicken oder als DVD.
Die Kosten für den DVD-Versand würde ich natürlich übernehmen.
Bitte kurze mail an: winkler@simbach-2000.de
Vielen Dank schon mal.
Liebe Grüsse
Manfred
22:31
Hehe, ich wusste doch, mir kommt das Nest bekannt vor =)
Aber zum Film: beachtliche Leistung, da gebe ich Daniel unbedingt recht.
Auch wenn manchmal die Umgebungsgeräusche lauter sind als die Dialoge (besonders bemerkbar in der Badeszene) und mir persönlich die Leute allesamt ein wenig zu sehr hochdeutsch sprechen: der Film IST gut. Ich könnte mir durchaus vorstellen, den im Fernsehen oder im Kino zu sehen.
Trotz des anfänglichen Geplappers von Dennis (das ich auf Nervosität geschoben habe) fand ich die Charaktere durch die Bank plausibel und glaubwürdig - auch die Gesamtstimmung kam gut rüber. Was Beleuchtung und Musik angeht: Ich fands okay, aber ich kenne mich da sowieso nicht aus, kann da nur von meinem Gefühl ausgehen.
Einziges Manko aus meiner laienhaften Sicht: Anne scheint mir ab und zu ein kleines bisschen zu sehr überzeichnet, eher wie eine 15-/16jährige als eine 18jährige. Aber ich kann mich da auch getäuscht haben, manchmal nimmt sich das nicht viel.
Was den Schluss angeht muss ich olipool recht geben: der ist tatsächlich ein wenig mau. Aber ich finde trotzdem, dass auch er plausibel ist: er passt irgendwie zu dem Eindruck, den ich bis dahin von Anne bekommen habe: Bloß keinen Stress solange er vermeidbar ist, lieber Spaß haben.
14:44
hallo ihr lieben,
als regisseur und ,naja, auch produzent (beides zusammen war doch viel) von "sommer", erstmal vielen dank für die doch eher positiven kritiken.
ja der ton war/ist ein problem. das liegt ganz einfach daran, daß diana sich nicht nur um diesen kümmern mußte, sondern noch eine nebenrolle hatte, sich um die ausstattung kümmerte und noch die dispo während des drehs organisiert hat. wir haben viel noch nachträglich gemacht, aber: hät"s budget das noch hergegeben, wäre nachsprechen im studio angesagt gewesen, bzw. wir hätten jemanden für den ton beim dreh dazugenommen (weil wir auf dem lande gedreht haben ging fast alles für verpflegung und unterkunft drauf- noch "n tonmensch war da nich drin).
das mit dem grading (gibt noch die stelle im atelier) hat sich irgendwie eingeschlichen- da kammen wir aber nicht mehr an den avid adrenalin ran (war echt nett von motion works erfurt, daß wir da doch so lange sitzen durften- auch mit "leeren taschen")
mich hat bei dem film der zeitraum zwischen abschluß schule und- ja was dann, interessiert. die entscheidung was mach ich, unter dem aspekt lerne/studiere ich etwas, wo ich später gut geld verdiene, was am markt gefragt ist (haben), oder gehe ich meinen neigungen nach (sein). in dem film wird die frage immer wieder mal gestellt (haben oder sein). der schluß ist dann auch in diesem zusammenhang zu sehen ("ich möchte einen schönen sommer haben und mit euch zusammen sein"). das ist dann auch die aussage: anne sieht garnicht ein sich zu entscheiden...hehe (okay sollte auch ohne erklärungen rüberkommen, aber: nach dem film ist vor dem film).
also viele grüße: gary langendörfer
12:30
und ich würde mal behaupten, dass das vorhandensein einer solchen abstrakten grundthematik (haben-sein) stark dazu beiträgt, dass der film auch über diese länge funktioniert und nicht auseinanderfällt.
den schluss fand ich auch inhaltlich gar nicht sonderlich schlecht sondern atmosphärisch/dramaturgisch passte es nicht ganz, beispielsweise wenn alle am schluss durchs feld laufen, anne kennt doch die anderen menschen da gar nicht, eigentlich hat sie bisher dort auch nicht so eine ideale durchs-feld-renn-stimmung erlebt, dennis und maik sind zerstritten und alles eskaliert auf den schluss zu und dann ist dort eitle idylle. das könnte man so erklären, wie du in der zusammenfassung auch schreibst, dass maik und dennis mit anne spielen, dass alles inszeniert ist um anne glaubhaft diesen schrecken einzujagen. das ist aber insofern nicht richtig, als dass es auch szenen gibt wo maik und dennis alleine sind und die rivalität, fast schon hass da sind. ich denke das ist echt. es gibt diese vergangenheit und das gibt dem film tiefe. und das ende, son ein schabernack-spiel, wischt alle probleme vom tisch, das ist eben meiner ansicht nach inkonsistent. trübt aber nicht den positiven gesamt eindruck des films, der mir auch am nächsten tag noch atmosphärisch präsent war.
ach eine sache noch, ich schrieb oben, das schauspiel sei am beginn etwas überzogen, nach etwas recherche hab ich festgestellt, dass einige der schauspieler ja tatsächlich eng mit dem theater verbunden sind. dafür sind sie im weiteren verlauf des films aber gut "gedrosselt" worden, sicherlich ein verdienst der regie.
nochmal ein extra kompliment in anbetracht der kleinen crew mit ihren doppel- und dreifachfunktionen.
14:13