LOW-BUDGET-STEREOSKOPIE
Hallo liebe Hackermovianer!
Gerade noch zwischen Projektabgabe und Diplomdrehvorbereitungen finde ich kurz Zeit um meinen kleinen Artikel über 3D (oder besser Stereoskopische) Filme zu schreiben (der kleine Hinweis da ja manche hier 3D Artists sind, erwarten sie jetzt eine ausgiebige Diskussion über Falloff Distance Blend Reflection Maps und Polygonvertexerei! Daher werden wir im Folgenden die "3D" Filme lieber "Stereo-filme" nennen)
1 Wie funktioniert es?
Nadann, fangen wir mit der einfachen Frage an Wie kommt das dimensionale Sehen zustande? Denn ohne diese Frage zu klären, würde es uns nur schwer gelingen, die Funktionsweise der beiden no-/low-budget Methoden, die ich erläutern werde, nachzuvollziehen...
Schon zur Zeit der griechischen Antike haben Mathematiker, wie Euklid erkannt, dass das räumliche Sehen nur durch zwei Augen möglich ist. Jedes Auge sieht ein gleiches Bild, aber aus leicht unterschiedlicher Betrachtungsrichtung. Durch diese Diskrepanz (Parallax, s. Bild unten) entstehen im Gehirn zwei Bilder. Diese Bilder werden dann zu einem 3D Model zusammengebaut, das wir dann auf dem Stereobild sehen.
Mit nur einem Auge würde es nicht funktionieren, da wir dann das Betrachtete als flaches, zweidimensionales Bild sehen würden. Das ist auch die Erklärung, wieso man mit einem Auge sehr schlecht Entfernungen abschätzen kann. Dazu ein kleines Experiment Wir stellen vor uns (z. B auf ein Tisch) einen kleinen Gegenstand senkrecht (z. B. ein Farbmarker). Wir schliessen ein Auge und versuchen mit ausgestrecktem Arm seitlich an der Höhe des Markers zu kommen... Not easy!
2 Techniken
Wie wir schon oben erklärt haben, brauchen wir also zwei leicht unterschiedliche "Teilbilder" um ein stereoskopisches Bild herzustellen, Bild 1 für das eine Auge, Bild 2 für das andere. Daher dreht sich die Idee der Techniken immer darum, wie man die zwei "Teilbilder" dem Zuschauer zeigt.
A Polarisationstechnik
Diese Technik benutzt man gerne in den IMAX Kinos. Die Polarisationsbrille, die man an der Kasse oder am Eingang bekommt, ist logischerweise ausschlaggebend für die Bildtrennung. Dahinter verbirgt sich die Eigenschaft des Lichtes, polarisiert zu werden. Dabei wird die Schwingungsrichtung des Lichtes verändert. Die Funktionsweise ist also die Folgende Die beiden Bilder werden von den Projektoren durch je ein Polfilter hindurchprojiziert. Die Polfilter sind 90° zueinander gedreht (d.h. das Licht ist linear polarisiert). Das Ergebnis wird auf die Leinwand projiziert und auch polarisiert zurückgestrahlt Richtung Zuschauer. DIe Polfinter in der Brille sind auch 90° zueinander gedreht. Somit kann man das projizierte Bild wieder in zwei Teilbilder zurückverwandeln und ein steroskopisches Bild sehen. Man kann vielleicht schon jetzt die Nachteile erkennen. Nicht nur, dass so eine Methode relativ teuer für die No- bzw. Low-Budget-Filmer ist, ist sie auch relativ aufwändig Die Leinwand ist speziell beschichtet,damit die Strahlen polarisiert bleiben. Ausserdem darf man den Kopf nicht zu weit drehen, sonst beschränken wir die Funktionsweise der Polfinter.
B (Farb)anaglyphentechnik
Die (Farb)anaglyphenmethode ist wohl die meistverbreitete und gleichzeitig die bekannteste Methode zur Betrachtung von Stereobildern (sowohl Bewegtbilder als auch Momentaufnahmen). In diesem Fall werden die beiden Teilbilder auf eine Fläche geschickt und für die Trennung zwei Farbfilter benutzt. Meist wird eine Rot-Grün-Brille benutzt Der Rotfilter (links) des einen Brillenglases lässt den Rotanteil im Bild verschwinden und schwärzt den Grünanteil des Bildes, umgekehrt lässt der Grünfilter (rechts) des anderen Brillenglases den Grünanteil verschwinden und schwärzt den Rotanteil. Durch die Bildtrennung entsteht nach kurzer Zeit ein räumliches Bild. Diejenigen von Euch, die die Übungshefte aus dem gk Englisch kennen, wissen, dass die Lösungen schwarz gedruckt wurden und zwar auf ein rotes Buchstabennetz. Mit einer Rotfolie konnte man erst die Lösungen entkrypten...
Mehr Anaglyphenbilder (von Venedig) kann man hier bewundern.
Selbst solche Bilder aufnehmen, erweist sich als etwas schwierig und aufwändig, da man eigentlich zwei Bilder zur gleichen Zeit am besten mit identischen Kameras und Einstellungen aus zwei leicht unterschiedlichen Perspektiven machen muss, deren Abstand ca. 70 mm ist. Das ist der durchschnittliche Abstand zwischen zwei menschlichen Augen. Weiterhin steht man vor dem Problem, wenn man Rot- oder Grünanteile im Bild hat. Durch die obengenannte Schwärzung der jeweiligen Farbanteile werden diese beiden Farben regelrecht zerschossen... Dafür kann man aber relativ gut und einfach anaglyphische (Bewegt)bilder digital realisieren. Ein Beispiel wäre 3ds max und das dazugehörige kostenlose Plugin XIdMary von HABware. Das Plugin erstellt automatisch zwei instanzierte Kameras, die an einem Hauptkameraroot hängen und sich dadurch leicht animieren lassen. Die Ausgabe erfolgt über den Videopost in 3ds max. Für die Bewunderung des "Meisterwerkes" benötigt man allerdings eine evtl. selbstgebaute Anaglyphenbrille (links Rot, rechts Grün).
C Pulfricheffekt
Wenn ich jetzt behaupte, dass man selbst no-budget-streomovies ohne besonderen Aufwand mit einer billigen DV-Cam im Garten drehen kann und dass man fürs Betrachten nur eine evtl. alte und kaputte Sonnenbrille braucht, bin ich sehr neugierig, wers mir glaubt -)
Mooooment! Man muss ja diese zwei komischen "Teilbilder" irgendwie im Bild des DV-Cams runterkriegen, wird mancher danken. Und damit hat er Recht. Doch diese beiden Teilbilder sind schon beim Drehen quasi entstanden, ungewollt, wahrnehmbar sind sie allerdings nur bei bestimmten Kamerabewegungen! Was hat das jetzt mit der kaputten Sonenbrille auf sich? Naja, es ist so, dass dunkle optische Reize eeeetwas mehr Zeit brauchen um vom Gehirn wahrgenommen zu werden als normale optische Reize.
Daher machen wir einen kleinen Gedankenexperiment...
Wir haben eine seitliche Kamerafahrt nach links, die an Objekten vorbeiläuft. Normal betrachtet, nehmen die beide Augen ein gleiches Bild zur gleichen Zeit wahr. Wenn wir aber jetzt das rechte Auge verdunkeln, kommt an diesem Auge das Wahrgenommene leicht zeitversetzt an! Das heisst, dass wenn wir (und somit das linke, unbewaffnete Auge) bei Frame 1000 sind, hinkt das rechte Auge einen oder mehrere Frames (Je nach Kamerabewegung) hinterher. Durch diese Wahrnehmungsverspätung entstehen wieder zwei leicht versetzte Bilder, die wir als ein Stereobild sehen. Das Hinterherhinken kan man mit Hilfe von Formeln zur Ausbreitung von Licht plus Wahrnehmungsverspätung, Synapsen, etc. errechnen, wäre aber unnötig, da wir schliesslich Filmemacher und keine Mathematiker sind ;-)
Tja, sowas ist zum Glück möglich und basiert auf dem sog. Pulfricheffekt, benannt nach dem Namen seines Entdeckers. Um solche Stereoaufnahmen zu erzeugen, müssen wir so drehen, damit sich zwei Teilbilder herausbilden können. Daher wird dieser Effekt etwa bei Totalen oder Vertikalfahrten nicht funktionieren. Bei Starraufnahmen würden wir eine Tiefe nur dann erkennen, wenn wir z. B. sich im Bild horizontaldrehende Objekte hätten, wie etwa einen Bürostuhl oder Drehteller. Gewisse Ebenen einzubeziehen (Vordergrundobjekte, Hintergrundobjekte) ist von Vorteil, den dann kommt der Stereoeffekt besser zur Geltung. Wichtig ist natürlich die Relation zwischen verdunkeltes Auge und Kamerarichtung. Bei Linksbewegung soll das rechte Auge verdunkelt werden, bei Rechtsrichtungen das linke, bei Rückwärtsfahrten dann beide Augen... Das letzte war natürlich Spass ;-)
Diese Methode wurde schon mal für Tier-, Unterwasser- und Citydokus bei bekannten Privatsendern benutzt. Da war die Brille allerdings grün-lila... Sieht nun mal schicker aus als eine kaputte Sonnenbrille -)
Falls jemand eine coole, aber kaputte Sonnenbrille zur Hand hat, dafür aber keine eigene Aufnahmen, kann das Pulfrichverfahren (auch Nuoptixverfahren genannt) hier anschauen.
Übrigens Für diejenigen von Euch, die in der Nähe von Ulm/Würzburg wohnen, würde ich Euch wärmstens das 3D Museum in Dinkelsbühl empfehlen! Als Vorgeschmack einige Videos, die ich da aufgenommen habe.
Viel Spass beim Stereodrehen!
Schöne Grüsse
Emil




Anaglyph ist auch am PC/Mac out
Auch ohne teuren 3D-Monitor kann man am PC oder Mac farbechte und Geister-freie Stereo-Previews machen.
Seit 25 Jahren gibt es die deutsche Erfindung der KMQ-Prismen-Brille, im englischen Sprachgebrauch auch als Over/Under-Verfahren bekannt.
Seit März 2008 gibt es das Open-Hardware-Projekt openKMQ, das dieses einfache abe hoch-Qualitative Verfahren vom 3D-Buch zum LCD-Monitor transferiert.
Viele meiner Studenten setzen die Brillen privat und im Job ein und einige arbeiten bei Pixar und Weta an HighEnd-3-D Projekten.
Hier gehts zum openKMQ-Projekt: http://www.PixelPartner.de/openKMQde
15:45
Das Thema 3D finde ich ebenfalls sehr interessant. Der Hinweis auf Euklid war gelungen - so alt ist das Thema also schon :-)
Wenn man nicht gerade eine 3D Kamera besitzt, scheint mir die 3D Fotografie einfacher zu sein. Hier gibt es auch mehrere Möglichkeiten mit einer Kamera 3D Bilder zu erzeugen. Jedenfalls scheint mir das nicht ganz so abenteuerlich zu sein wie der Pulfricheffekt.
Viele Informationen hierzu gibt es auf http://www.3d-highlift.de/3d-fotografie. html
Mithilfe des Stereophotomakers kann man 3D Aufnahmen auch leicht bearbeiten und erstellen. Wer eine Anleitung hierzu braucht, ist u.a. auf der oben genannten Seite ebenfalls fündig.
Viel Spaß noch mit 3D.
11:22
Schade, ich hätte mir von dem Artikel mehr erhoft, zumal die Informationen alles nur am Rande behandeln und leider auch nicht vollständig ist.
Das Pulfrichverfahren zB wirkt wie schon oben erwähnt nur bei bestimmten Bewegungen in eine Richtung - und das ist für einen Film sehr einschränkend und unpraktikabel.
Die Rot/Grün Brillen sind mitterweile zum größten Teil durch Rot/Cyan Brillen abgelöst worden.
Bei den Wiedergabetechniken fehlt das Shutterbrillenverfahren total, welches Farbbilder bei Fernsehern bietet (Polarisation geht bei Fernsehen nicht) und bei den aktuellsten Imax3D zum Einsatz kommen. Nachteil ist die Anschaffung von Shutterbrillen und einem eigenen Shutter-Receiver. Ausserdem funktioniert die Technik nicht bei Plasmas und bei 100 Hz Fernsehern. Die Shuttertechnik wird wohl mit 2K Projektoren auch die Technik sein, mit denen die neuen 3D Filme ins Kino kommen werden.
Und das Interessanteste fehlt leider komplett:
Wie kann man 3D Filme aufnehmen?
- mit 2 Kameras (Stichwort Genlock)
- mit einem teuren 3D System
- mit Shutterprisma und Paralaxenspiegel als Kameravorsatz
Ich habe mir kürzlich nen 3D Adapter bei EBay gekauft und stehe vor ersten Tests damit. Habe mir aber einige grundlegende Gedanken zur Ästhetik von 3D und zu technischen Aspekten gemacht. Z.B. welche Bewegungen wann effektiver sind (auf Kameraachse oder 90° zur Kameraachse). Oder wie Kamerafahrten in der Bildachse wirken. Oder wie bei einer Bewegung auf die Kamera das Mitziehen der Paralaxe (ähnlich zur Schärfenebene) wirkt. Ob die 3D Objekte besser virtuell VOR der Bildschirmröhre oder virtuell HINTER der Bildschirmröhre wirken. Die technischen Aspekte sind im Internet ja auf den verschiedensten Seiten dargestellt (oft auch ausführlicher als hier), aber zu den Ästhetischen Aspekten vermisse ich bisher Texte und Artikel.
22:48
Okay,
dir ist aber schon aufgefallen das in der Überschrift groß Low-Budget-Stereoskopie steht, und nicht Kompendium der 3D-Videoverfahren, oder?
Die Sachen die du ansprichst sind bestimmt interesannt, aber nicht in dem Artikel.
Zum Artikel selber muss ich sagen das ich sehr verblüfft war/bin wie Stark der 3D-Effekt bei dem Nuoptixverfahren ist. Danke für das Aufmerksam machen, das werde ich mir näher ansehen.
TzanhZsu
18:09
?!? Es ist leider nicht ausführlich, was hat das denn mit Low-Budget zu tun? Es wurde das Polarisationsverfahren erwähnt, was für Heimanwender absolut unmöglich zu nutzen ist (oder hat wer 2 synchrone Projektoren und eine metallbeschichtete Projektionsleinwand zu Hause?), warum also ein anderes, heimtaugliches Format nichtmals erwähnen?
Oder anders gefragt:
Kann ich aus der Tatsache, dass keine Aufnahmetechnik genannt wird, folgern, dass man mit Low-Budget lieber kein3D aufnehmen sollte?
Wüsste nicht, warum solche Sachen "nicht in den Artikel" passen sollten?!?
18:30
Hallo Leif, hallo TzanhZsu,
danke Euch für den Feedback.
Ich muss allerdings sagen, dass sich der Artikel Richtung Low-Budget-Filmmaking orientiert, wie von TzanhZsu richtig erkannt. Die Polfiltermethode habe ich nur deswegen erwähnt, um das Trennen (genauer die Trenntechnik) der Bilder zu verdeutlichen und damit zu zeigen, dass man zwei Teilbilder braucht. Diejenigen, die im Physikunterricht das Phänomen betrachtet haben, werden es sicher interessant finden, dass das Verfahren in der (Stereo)filmindustrie genutzt wird. Mein Schwerpunkt ist hier allerdings das Pulfrichverfahren: Einfach, billig und just perfect für die No-/Low-Budgetfilmer. Und wenn man die Funktionsweise verstanden hat, dann wirds erst interessant, passende Fahrten zu machen, etc.
Da ich sehe, dass du Kameramann bist, kannst du dich frei fühlen den Artikel zu ergänzen, mit etwa Tipps zur Aufnahmetechnik.
Gruss
Emil
19:01
Das wär ein cooles Vorschaubrillchen, wenn man die direkt mit 2 Kameras füttern könnte:
http://www.planet3dgames.de/index.php?s ... ikel&th=12
Kostet aber ca 800 Euro.
15:27
Für Schmalfilmkameras gab es mal einen Spiegelvorsatz,
der das Bild horizontal teilte in einen Bereich für das linke und
einen Bereich für das rechte Auge.
Der Vorsatz wurde sowohl bei der Aufnahme als auch bei
der Projektion verwendet.
Mit Rot/Grün bzw. Polarisationsfiltern bei der Projektion
ließe sich doch sowas auch für Video benutzen, oder?
11:41
Ich habe bereits einen No-Budget Film mit zwei Kameras gedreht. Wir hatten damals zwei Consumercamcorder von Sony, die wir auf einer selbstgebauten Schiene festgeschraubt hatten. Der Clou war, dass man den Abstand sogar variieren konnte (natürlich nicht während der Einstellung) - wodurch wir ziemlich üble Effekte erzielt haben. Das Drehbuch orientierte sich entsprechend als Experiment an einer ziemlich betrunken-verdrogten Stimmung nach einer Party.
Leider haben wir den Effekt etwas übertrieben, so dass man den Film teilweise extrem schielend & verschoben sieht. Der 3D-Effekt variiert, je nach Bildschirm-/Leinwandbreite & Abstand des Betrachters. Zudem hätte die Schiene (oder waren es die Stativschrauben?) gerne etwas steifer sein dürfen. Unsere positiven Erfahrungen waren dagegen:
- die beiden Kameras blieben auch bei langen Einstellungen annähernd synchron,
- Genlock ist absolut unnötig, solange man anschließend nonlinear schneidet,
- mit größeren Kameras wäre eine TC Synchronisierung/Clockit o.ä. der Hit gewesen, die Nachbearbeitung ließ sich so leider nicht per Offlineschnitt Tricksereien vereinfachen,
- die Schärfe mit dem Autofokus lag, trotz mangelnder Eingriffsmöglichkeiten, links und rechts halbwegs auf der gleichen Ebene,
- die Kadrierung lässt sich, außer bei Closeups, ganz gut über den Sucher einer Kamera bewältigen - man muss links und rechts immer etwas weiter denken, als man tatsächlich dreht,
- der Schnitt war zwar zeitaufwendig, aber sehr einfach zu realisieren. Eine Spur schneiden, anschließend weiß->weiß, schwarz->rot oder grün. Anschließend die Ebenen aufeinandergelegt & fertig.
Gezeigt wurde der Film auf der Plattform NoBudget in Tübingen - dazu mussten wir für die Rot-Grün Brillen einige Klinken putzen, aber wir hatten am Ende von zwei Optikern 150 Brillen zusammen (umsonst!).
Allen, die es auch mal wagen wollen: viel Erfolg!
Raphael
22:15
Mal grundlegende Fragen:
-Müssen beide Kamera paralell sein oder muss sich die die Sichtrichtung irgendwann kreuzen?
-Wie kann man 3D Animationen hineinbauen um den Effekt zu verstärken? ZB. Ein herausfliegender Fussball?
-Sollte man alles in 3D drehen, oder ist es nicht besser dem Zuschauer Pausen zu geben und gezielt den 3D Effekt wirken zu lassen?
10:58
- Kameras sind parallel.
- bei welchem Verfahren? Ansonsten beide Kamerapasses matchmoven, und in beiden den Ball reincomposen. (Siehe "Sharkboy und Lavagirl")
- Pausen sind immer gut! Vor allem bei dem Anaglyphenverfahren! Aufgrund den unterschiedlichen Farben bekommt man auch Kopfschmerzen. ;-) So wurde bei ProSieben ein Logo immer dann eingeblendet, wenn das 3D-teil kam. Immerhin vertreiben Kopfschmerzen die Zuschauer!
Gruss
Emil
13:27
Habe glaube ich an die falsche Stelle gepostet:
Mal grundlegende Fragen:
-Müssen beide Kamera paralell sein oder muss sich die die Sichtrichtung irgendwann kreuzen?
-Wie kann man 3D Animationen hineinbauen um den Effekt zu verstärken? ZB. Ein herausfliegender Fussball?
-Sollte man alles in 3D drehen, oder ist es nicht besser dem Zuschauer Pausen zu geben und gezielt den 3D Effekt wirken zu lassen?
10:13
ähhh... deine Fragen wurden doch alle beantwortet?
12:47
Re: Low-Budget-Stereoskopie
da gab es doch mal einen Spiegelvorsatz für 8mm und 16mm Kameras.
Das Bild wurde in eine linke und rechte Hälfte geteilt.
Der Spiegelvorsatz funktionierte bei der Aufnahme und Projektion.
Dieser Vorsatz bestand aus vier kleinen Spiegeln.
Sowas müßte sich mit etwas Geschick auch für Videokameras
unsetzen lassen.
10:57
hab da vor kurzem was mit maya gemacht:
http://www.kw350.com/stuff/kw3d.mov
ist aber fuer rot-cyan-brillen (www.3d-foto-shop.de)
lg kws
13:30
Ich hab mal in meinem Schülerpraktikum vor vier oder fünf Jahren mit sowas gearbeitet. Besser gesagt, da wurde mit zwei Cams, die man vorher von Auge (also die Ausgangssignale wurde an den Rechner ausgegeben im Rot Grünverfahren), so dass man den 3d Effekt des Bildes live überprüfen konnte.
Das ganze wurde aber auf MiniDV auf die beiden Kameras aufgenommen und man konnte später über das polarisationsverfahren (2 beamer, extra Leinwand, Polfilterbrillen), sich das endergebnis anschauen.
Das Ergebnis hätte man auch rot grün oder mit Shutterbrille auf Röhrenmonitor anschauen können, oder diese tollen 3d Brillen mit zwei Bildschirmen drinn.
Die software liegt noch dort, wo ich mein Praktikum gemacht hatte. Hrm, mal nachfragen ob die die freigeben ;).
Zur not kann man das aber auch selber hinbekommen.
Mein Onkel hat so nen Stereovorsatz für seine alte HI8 Kamera schon vor langer Zeit mal gekauft hat. Das einzige Problem ist nur, dass man das nur auf 100hz Fernsehern sich (mit Shutterbrille) Flimmerfrei anschauen konnte.
Wie gesagt, die Wiedergabe an sich ist das große Problem der Steroskopie und nicht die Aufnahme.
Die lässt sich nämlich mit nem Vorsatz oder schlicht zwei baugleichen Kameras realisieren.
Denn die wiedergabe ist nur auf röhrenmonitoren möglich (mit Shutterbrille - damit kann man auch alle DirectX 3d spiele in 3d spielen :D ), mit 3d brillen oder halt mit 2 beamern mit Polarisationsvorsätzen.
Es gibt auch noch Folien, die man auf seinen LCD oder PLasmagerät kleben kann, damit man da auch ähnlich den Röhren mit Shutterbrillen 3d schauen kann, das problem dabei ist nur, die gibt es nicht in Deutschland zu kaufen.
Das Problem ist einfach die Endbenutzerunfreundlichkeit von 3d Aufnahmen.
Edit sagt noch:
Der Vorteil des Stereovorsatzes ist, dass man sich das Ergebnis z.B. mit dem entsprechenden Umwandler auf einer 3d Brille sofort anschauen kann.
Nachteil: Funktioniert, mit dem Vorsatz den ich kenne, nur mit Kameras die 50i haben, soll heißen das geht nur mit Kameras die interlacen. Die Aufnahmen dürften bei der wiedergabe dann auch Flimmern, weil die Ausgabe pro auge auf 25 frames beschränkt ist (bei Röhrenausgabe).
Der Vorteil der 2 Kameramethode ist die volle Auflösung und das man das Ergebnis auch 2d ausgeben kann. Kein Flimmern.
Nachteil: Die 3d Vorschau gestaltet sich bei zwei Kameras wesentlich schwerer als bei einer mit Vorsatz, aber ich glaube mit den richtigen umwandler dürften beide Signal auch auf eine 3d Brille gehen.
14:15