Guerilla's Blood - Das Interview

daniel

daniel

Editor, Moderator, , 3642 Beiträge seit Okt'01
MSc in Media
  München
Artikel von daniel am 02.04.2009
Die Macher über die Hintergründe Ihres low-budget Martial-Arts Indiefilmprojekts - Anfänge, Teaser-Dreh mit RED-Kamera und weitere Pläne...

HM: Arend, Guerilla's Blood klingt nach Guerilladreh mit Blut, Schweiß und Tränen. Erzähl uns doch mal kurz, was wir hier grad von Euch sehen! Den Teaser (s.u.) kennen nun schon viele - aber was ist der Background, was für ein Projekt ist Euer Guerillas Blood?


Arend: Guerilla’s Blood ist ein Independent Martial Arts Filmprojekt, dessen Geschichte in der unmittelbaren Post-Apartheid-Zeit Südafrikas spielt. Es geht um Freundschaft, Verrat und Söldnertum. Der Langfilm ist eigentlich ohne ein relativ hohes Budget kaum umsetzbar. Da wir dieses Budget natürlich nicht selbst auf dem Konto haben, wollten wir zumindest anfangen unsere Vision mit den gegebenen Möglichkeiten umzusetzen und somit den Stein, oder besser gesagt den riesigen Felsbrocken, ins Rollen zu bringen. Wir haben bisher 10 Filmminuten im Kasten, wobei es sich aus Kosten- bzw. Aufwandsgründen fast ausschließlich um Kampfszenen handelt. Aus den 10 Minuten haben wir diesen Teaser gebastelt, um Lust auf mehr zu machen. Ja, der Titel Guerilla’s Blood ist nicht nur für den Film, sondern auch für den Dreh durchaus bezeichnend. Mit einem kleinen Team, weniger als 10 Leute, haben wir an teilweise riskanten Locations in und um Berlin bisher 5 Tage gedreht. Der Dreh in einem einsturzgefährdeten Haus, in das man nur durch eine Kletterpartie gelangt, war mit dem ganzen Equipment ein Abenteuer für sich.

HM: Wer gehört alles zu Eurer Truppe? Seid ihr schon länger in dieser Besetzung unterwegs?

Arend: GB wird von unserer kleinen Firma Lopta Film produziert. Die gibt es seit 6 Jahren. Der Schauspieler Adrian Topol hat das ganze damals ins Leben gerufen und sich mit Reza Brojerdi, als Produzent, und mir, als Drehbuchautor, zusammengetan, um eigene Filmprojekte zu verwirklichen. Mittlerweile ist daraus eine GmbH geworden und das Team ist gewachsen. Und natürlich spielt sich viel in einem großen Freundes- und Bekanntenkreis von jungen Filmschaffenden ab, wo man sich bei Projekten gegenseitig unterstützt.

HM: Wie seid Ihr denn als Team zusammengekommen?

Arend: Also das Lopta Team… schwer zu sagen, man will Filme machen, lernt sich kennen, versteht sich gut, hat ähnliche Vorstellungen und beschließt seine Kräfte zu vereinen. Filmemachen ist eben ein Teamsport, alleine ist man nichts. Und Adrian hatte schon immer Visionen, für deren Umsetzung man sich nicht unbedingt auf die deutsche Filmförderung verlassen sollte. Diese Visionen teilen wir und da muss man dann eben selbst produzieren… oder Däumchen drehen und hoffen… und wir alle drehen nicht gerne Däumchen. Was das GB-Team angeht, so ist die Idee und Entwicklung zunächst mit Eskindir Tesfay, dem Afro-Deutschen Hauptdarsteller, entstanden. Eskindir ist ein begnadeter Martial Artist und Choreograph, der viele Jahre in Asien diverse Kampfkünste studiert hat (eskindirtesfay.com). Wir haben uns vor drei Jahren in Berlin kennen gelernt und es war schnell klar, dass wir irgendwann ein gemeinsames Martial Arts Projekt auf die Beine stellen wollten. Als es dann an die Kampf-Choreographie ging, ist Swen Raschka, ein ebenfalls erfahrener Martial Artist und Choreograph, dazugekommen und hat die zweite Hauptrolle übernommen. Lopta Film hat schließlich die Produktion gemacht und mit Konstantin Freyer (konstantinfreyer.com) einen grandiosen DOP an Land gezogen. Bei dem was wir vor hatten, war somit der Grundstein gelegt. Und wir konnten mit der abgefahrenen Grundidee - ein afrikanischer Martial Arts Film in Berlin - auch weiterhin einen Haufen toller Leute für das Projekt gewinnen.

HM: Könnt Ihr uns noch ein bisschen mehr zu Eurem Background?

Interessant ist vielleicht noch unser Bezug zu „Kampfansage“, was auch nicht unwesentlich zur Entstehung von GB beigetragen hat. Adrian ist selbst Kampfsportler und nur wenige Tage nachdem uns damals der Trailer zu „Kampfansage – Der letzte Schüler“ schlicht umgehaunen hat, klingelte Adrians Telefon und er wurde von Johannes Jaeger für ein Kampfansage Projekt angefragt. Da sind wir sozusagen als Fans erstmal voll ausgeflippt. Jedenfalls haben wir so die ganze Bande hinter Kampfansage kennen gelernt, allen voran Johannes Jaeger, Mathis Landwehr und später auch Steffen Hacker. Das hat uns dem Martial Arts Film entscheidend näher gebracht und ich habe mit Mathis und seinem damaligen Trainingspartner Eskindir meine ersten Kampfchoreografien aufgenommen. Daraus ist alles Weitere entstanden. Heute arbeiten Johannes und ich als Autoren fest zusammen, auch für Lopta Film.

HM: Wie lange kennt ihr eigentlich hackermovies, sind Leute von Euch schon länger hier aktiv?

Arend: Richtig aktiv werden wir eigentlich erst jetzt mit GB, aber hackermovies ist seit Kampfansage ein Haushaltsbegriff bei uns und wir haben die Seite häufig gelesen. Deswegen freuen wir uns besonders über diesen Re-Launch und es ist uns eine Ehre dabei zu sein!

HM: Hehe, Danke! Der Teaser sieht schon mal nach schonungslos harter Fight-Action aus. Ziemlich direkt und "dreckig" - was ist das Konzept dahinter?

Arend: Direkt und „dreckig“, besser könnte ich es auch nicht ausdrücken ☺ Da ich vorwiegend als Autor arbeite, ist für mich die Dramaturgie am wichtigsten. Auch bei einem Martial Arts Film. Leider wird gerade im Genre-Bereich die Geschichte auf Kosten der Action oft vernachlässigt. Action wird, meiner Meinung nach, jedoch erst dann richtig mitreißend, wenn das Fundament stimmt. Und das ist nun mal die Dramaturgie. In dem Punkt waren Eskindir und ich uns immer einig. Da wir nicht die Schauspieler und das nötige Kleingeld hatten, um einen professionell wirkenden Story-Trailer zu realisieren, haben wir uns voll auf die Martial Arts konzentriert - mit dem Teaser in einem und einer langen Kampfsequenz in dem anderen Auge. Auch bei der Kampfchoreographie spielt die Dramaturgie eine tragende Rolle. Mit einer realitätsbezogenen und dramatischen Geschichte im Hintergrund, war es unser Ziel, einen Kampfstil zu zeigen, der zu den Charakteren und dem Setting passt. Da es sich bei den Hauptfiguren um Guerilla-Söldner handelt, waren uns Härte und Realismus sehr wichtig. Ganz ohne die ein oder andere spektakuläre Bewegung kommt ein solcher Kampf natürlich nicht aus, aber wir haben die akrobatischen Moves bewusst gering gehalten. Und Eskindir und Swen haben Kampfstile gewählt, die im Nahkampf tatsächlich eingesetzt werden.

HM: Auch rein technisch-visuell sieht das ganze richtig dick aus. Könnt Ihr uns was zu Aufwand, Technik und Ausstattung sagen?

Arend: Wir haben für GB bisher weniger als 1000 € ausgegeben. Mehr hatten wir auch nicht zu Verfügung. Damit waren dann gerade mal Catering, Benzin, MakeUp-Material und die Miete für zwei 650er red heads (zwei Kino Flos haben wir selbst) und einen Objektivkoffer abgedeckt. Das war natürlich nur möglich, weil alle ohne Gage gearbeitet haben. Gedreht haben wir guerilla-mäßig in einer alten Fabrik mitten in Berlin und auf einem Militärgelände in Brandenburg. Kostenlos versteht sich ;). Die Kostüme haben die Schauspieler selbst bezahlt oder aus eigener Garderobe gezogen. Unser größtes Glück ist jedoch die Lopta-eigene Red One Kamera. GB war damals auch eine Jungfernfahrt für unsere Red und wir sind mit den Bildern überglücklich. Das haben wir natürlich auch unserem DOP Konstantin zu verdanken.


Konstantin: Arend hatte mir vor Drehbeginn ein paar Referenzen gegeben, „Flashpoint“ war eine davon. Ich hatte ja damals nicht sehr viel mit dem Genre zu tun. Was Arend am wichtigsten war, dass wir lange Plansequenzen haben würden. Er wollte, dass die Action nicht nur durch den Schnitt entsteht. Im Teaser sieht man das jetzt nicht, aber es gibt Fight-Sequenzen, die sind 2 Minuten lang und könnten ohne Cut gezeigt werden. Ich wollte aber nicht in ein stereotypes Auflösen mit weitwinkligem Master und langbrennweitigen CloseUps verfallen und habe versucht hin und wieder eine teligere Brennweite in die Choreografie einzubauen. Was mir am meisten geholfen hat, die einzelnen Sequenzen bestmöglich einzufangen, war die Zusammenarbeit von Regie und Schauspielern. Eskindir und Swen waren immer zur Stelle, wenn es darum ging, welcher Winkel den größten Effekt hatte, wo die „Löcher“ waren und wie man noch mehr Power in die Choreo bringen konnte. Und sie waren immer bereit den einen Take mehr zu machen, wenn ich wusste, dass ich es noch besser kann. Die Locations haben ihr übriges getan, dem Film seine Größe zu geben. Aufgrund von Budgetbeschränkung war es gar nicht möglich das Licht zu kontrollieren. Es ging mehr darum, zu wissen, wann die Sonne durch welches Fenster scheinen würde und wie man sie dann am effektvollsten nutzen konnte. Obendrauf habe ich dann noch die mit künstlichem Licht geleuchtet um entweder Kontraste abzumildern, oder zu verstärken. Das war manchmal gar nicht so einfach, weil an einer Sequenz manchmal zwei Tage gedreht hatten und an einem Tag war es bewölkt und am nächsten schien die Sonne. Draußen in unserer Wüste hatte ich einen 12x12 Butterfly mit Silver Bespannung als Aufheller und wir mussten das Set für Gegenschüsse um 90 Grad drehen um nicht die Illusion der Wüste zu verderben.

HM: Was waren Eure Erfahrungen mit der RED? Handling, Drehtauglichkeit, Workflow?

Konstantin: Ich habe die Kamera 2 Tage vor Drehbeginn das erste Mal in meinen Händen gehalten. Mein erster Eindruck war, dass sie um einiges schwerer ist, als die Fotos im Internet hätten erahnen lassen – alles Edelstahl! Wir hatten geplant, alles handheld zu drehen, damit ich mich mit der Kamera in die Choreographie einbinden kann. Das wurde dann zu einer größeren Herausforderung, denn die Kamerabewegungen sollten eine gewisse Leichtigkeit vermitteln, damit sie unmerklich in der Choreo untergingen. Bei knapp 15 Kilo auf der Schulter war das manchmal leichter gesagt, als getan. Aber nach dem ersten Drehtag hatte ich mich an die Kamera gewöhnt und den Muskelkater war es Wert. Wir hatten auf den CF Karten gedreht, den so genannten Digimags. Und wirklich, es ist, wie mit richtigen Magazinen – man bekommt seine 6 Minuten und dann muss umgelegt werden. Heute drehe ich viel lieber mit den Festplatten, allein schon wegen dem besseren Codec (Redcode36). Ich habe mittlerweile schon viele Projekte auf der RED gedreht, aber die wichtigsten Lektionen habe ich bei Guerilla's Blood gelernt. Zum Beispiel auch, dass die RED es liebt, wie eine Filmkamera behandelt zu werden. Das heißt ASA-Wert einstellen, Belichtungsmesser zücken und dann einfach losdrehen. Ich kann mit Vektorskopen und Histogrammen etwas anfangen, aber viel lieber geh ich los und messe mit meinem Belichtungsmesser. Ich bin immer noch erstaunt, was wir der Kamera in ihren ersten Tagen bei Lopta Film alles angetan haben und wie viel sie uns verziehen hat. Wir haben in staubigen, sandigen und heißen Locations gedreht und nicht ein Mal hatten wir Probleme. Ich muss sagen, die RED ist ein echtes Arbeitstier und überzeugt nicht nur mit ihren fantastischen Bildern, sondern auch durch ihr robustes Äußeres.

HM: Wie lief die Postpro ab?

Konstantin: Damals war die Red noch relativ neu und was den Workflow betrifft, kann ich nur sagen, dass wir keine Ahnung hatten, wo die Reise hingehen würde. Alles war denkbar, aber kaum etwas war tatsächlich etabliert. Final Cut sollte irgendwann das Material nativ, sprich die RAW Daten direkt verarbeiten können, also wurde mit Final Cut geschnitten. Und wir hatten Glück, dass in kurzer Zeit viel Wissen über den Workflow entstanden war, denn als es ans Grading ging, gab es im Independent Bereich eigentlich nur einen Weg, das bestmögliche Resultat zu erzielen, nämlich über die Ausspielung von DPX Files und dann eine Farbkorrektur in Combustion. Also haben wir per EDL die Shots aus Redcine als DPX ausgespielt, nachdem wir ein ganz einfaches technisches Licht gesetzt hatten. Nach dem Grading musste dann der Trailer noch einmal Schnitt für Schnitt nachgebaut werden. Hier noch einmal vielen Dank für die Tatkräftige Unterstützung an Jan von Krogh von Laguun in Berlin.

Arend: Wir wollten GB so professionell wie möglich erscheinen lassen um den Eindruck eines großen Spielfilms zu erwecken. Deshalb haben wir auch für die Postproduktion Leute angefragt, die auf ihrem jeweiligen Gebiet viel Erfahrung haben. Nur den Schnitt haben wir selbst gemacht. Alles andere haben wir aus der Hand gegeben. Mit dem Rohmaterial der Red konnten wir dann auch wieder viele für GB begeistern. Die Postpro wurde dadurch aber zu einem Geduldsspiel. Das Hauptproblem war das Timing. Ein Team für 5 Drehtage zusammenzukriegen ist eine Sache. Aber die Postpro ist in keinem Bereich in so kurzer Zeit fertig zu stellen. Alle arbeiten umsonst, aber haben natürlich auch Jobs mit denen sie ihr Geld verdienen. So hat sich das ganze dann über Monate hingezogen. Letztendlich haben wir aber Ergebnisse bekommen, für die sich die Wartezeit allemal gelohnt hat. Eine weitere Herausforderung war die Abstimmung zwischen der parallelen Arbeit am Sounddesign, der Filmmusik und dem Colorgrading. Alles muss am Ende ja frame-genau zusammenpassen. Der Komponist Sami Hammi hat seine Arbeit z.B. von München aus gemacht und wir haben uns bis heute noch nie gesehen. Auch die anderen saßen sich teilweise erst bei einem Nachtreffen zum ersten Mal gegenüber. Das war für uns eine neue Erfahrung.

====HM: Erzählt' uns doch mal ein bisschen zur Geschichte von Guerilla's Blood - um wen geht's in dem Film? ====

Arend: Lange Story, kurz zusammengefasst: Es geht um die Geschichte zweier Freunde, Noah und Michael, die beide mit unterschiedlicher Hautfarbe in Südafrika, kurz nach dem Ende des Apartheid Regimes, am Existenzminimum leben und immer noch mit heftigem Rassismus zu kämpfen haben. Michael arbeitet als einziger Weißer unter dunkelhäutigen Südafrikanern auf einer Baustelle. Noah ist sein einziger Freund. Auf der Suche nach einem besseren Leben geraten die beiden in ein illegales Rebellencamp im benachbarten Mosambik und werden dort wider Willen als Soldaten ausgebildet und missbraucht. Unter dramatischen Umständen trennen sich dort ihre Wege. Als seelisch verhärtete und gewissenlose Söldner treffen sich die einstigen Freunde 9 Jahre später in Johannesburg wieder. Beide haben den Auftrag General Ojukwu zu finden - Noah soll den General vor einem Attentat retten – und Michael ist derjenige, der geschickt wurde, um Ojukwu zu töten… Im Teaser sieht man die Szene in der Noah Michael fragt: „Where is Ojukwu?“

HM: Wie seid ihr auf die Story gekommen? Warum Südafrika? Is ja nich' grad um die Ecke...


Eskindir: Das hat verschiedene Gründe. Einerseits hat das damit zu tun dass Arend während der Entstehung von GB ein paar Wochen selbst in Südafrika war. Unabhängig davon las er zu der Zeit ein paar Bücher über Kindersoldaten bzw. Guerillakriege in Afrika. Ein Thema das ihn längere Zeit fesselte. Andererseits passte, Arends Meinung nach, dieses Südafrika Szenario sehr gut zu meinem Charakter. Die Tatsache, dass ich als kleines Kind gemeinsam mit meiner Familie vor den Kriegswirren in Eritrea nach Deutschland floh und dadurch leider schon die ein- oder andere Erfahrung mit Krieg und später dann Rassismus machen musste, inspirierte Arend für die Story von GB. Unsere vielen Gespräche und gemeinsamen Vorstellungen trugen ihr übriges dazu bei.

Arend: Noch bevor wir auf die Südafrika-Story kamen, war es unser Ziel Locations zu wählen, die nicht unbedingt nach Deutschland aussehen. Wir wollten einen internationalen oder unbestimmten Look haben. Und die Drehorte die wir gefunden haben, erfüllten diese Bedingungen und ermutigten uns noch weiter in die Ferne zu denken. Es kamen einige Aspekte zusammen, die sich zu einem stimmigen Bild gefügt haben. Wir haben die Geschichte großteils um gegebene Umstände und nahe liegende Inspirationen geformt. Es war ein gewagtes Experiment, Berlin als Südafrika zu verkaufen, aber bis heute haben schon viele angenommen, wir hätten GB tatsächlich in Afrika gedreht.

HM: Dann habt ihr also letztlich geschaut, wo ihr den Film mit Euren heimischen Sets spielen lassen könnt? Und Euch damit bei der Wahl des Story-Hintergrundes an Euren Möglichkeiten orientiert? Wäre ja genau das, was wir auf hackermovies immer den Neulingen empfehlen...

Arend: Absolut. Um ein glaubwürdiges Setting zu etablieren, sollte man sich den Gegebenheiten anpassen. Was ja nicht immer eine Beschränkung sein muss, ich denke das sieht man an GB. Gute und inspirierende Locations findet man überall, man muss nur suchen. Wir persönlich halten immer Ausschau nach allem was chaotisch oder fremd aussieht. Das wirkt durch die Kamera immer gleich viel interessanter.

HM: Die Thema Rassismus, Söldnertum und Kindersoldaten sind ja ziemliche harte Brocken, gerade für 'nen Actionfilm - oft werden diese gesellschaftlichen Hintergründe dann nicht vom Film ernst genommen. Wie wollt ihr gesellschaftskritisches mit vordergründiger Fight-Action verbinden?

Arend: Auch wenn es in dem Teaser natürlich aus genannten Gründen nicht rauskommt, die Fight-Action soll später eigentlich nicht unbedingt vordergründig sein. Wir wollen eine Geschichte erzählen die Martial Arts Action beinhaltet - und nicht Martial Arts Action zeigen, die zwischendrin noch eine Geschichte hat.

Eskindir: Es mag widersprüchlich erscheinen, aber unser Anspruch ist es nicht einen einfach gestrickten ‚Hau Drauf Martial Arts Action Film der Action willen’ zu produzieren. Vielmehr sind wir von einem starken drang geprägt, uns künstlerisch zu entfalten, was sowohl das Storytelling als auch die Action angeht. Wir möchten die Zuschauer einerseits unterhalten, andererseits zum Nachdenken anregen. Dabei orientieren wir uns nicht immer an anderen, bereits vorhandenen Filmen, sondern, zumindest was Guerilla’s Blood angeht, vielmehr an unseren eigenen menschlichen, künstlerischen Ansprüchen und Visionen.

HM: Mit welcher Absicht und für wen habt ihr den Teaser gemacht?

Arend: Der Teaser soll bei allen Zuschauern natürlich neugierig und Lust auf mehr machen. Aber wie man sich denken kann, wollen wir irgendwann auch mal tatsächlich mehr daraus machen und das geht nicht ohne die Unterstützung von Produzenten oder Investoren. Für die soll der Teaser ein Anreiz sein, mit uns zusammenzuarbeiten. Aber die Reaktionen der „normalen“ Zuschauer geht mit unserem großen Ziel Hand in Hand. Denn je mehr Leute unseren Teaser sehen desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass GB in die richtigen Hände fällt.

HM: Hat Euch schon jemand darauf angesprochen? Wie ist das Feedback bisher?

Arend: Der Teaser ist jetzt seit knapp 4 Wochen auf YouTube und unserer Website online und das Feedback ist wirklich super. Die Leute sind neugierig und wollen mehr, demnach läuft der Teaser bislang erfolgreich. Sogar Martial Arts Superstar Tony Jaa hat über einen Freund von Eskindir den Teaser gesehen und sagte: „Cool. I like it.“ Darüber freut man sich natürlich. Und Eskindir hat aufgrund des Teasers eine Anfrage für ein internationales Martial Arts Projekt bekommen. Außerdem haben wir mit GB das Interesse einer großen Münchener Produktionsfirma geweckt. Ein persönlicher Gesprächstermin steht schon fest. Es gab sogar schon Anfragen, ob die Vertriebsrechte für GB noch zu haben sind. Manche gehen davon aus, dass es schon einen fertigen Film gibt. Das war ja auch nicht ganz unbeabsichtigt. Wir sind jedenfalls guter Dinge, dass es mit GB auf die eine oder andere Weise weitergeht.

====HM: Was habt ihr außer Guerilla's Blood sonst noch vor?

Arend: Johannes und ich beenden gerade die Arbeit an einem Drehbuch für einen englischsprachigen Horror-Spielfilm mit dem Titel „No Hell Lies Beyond“. Das ganze soll mit Lopta Film verwirklicht werden und wir führen bereits viel versprechende Gespräche mit Produzenten. Darüber hinaus arbeitet Adrian mit dem Regisseur Harun Hazar an einem deutschen Stoff, der auf wahren Begebenheiten beruht. Für das Projekt wird jetzt bald eine Förderung beantragt. Mal der der klassische Weg sozusagen. Das Material hat aber aufgrund seiner politischen Brisanz gute Chancen auf eine Förderung. Es geht jedenfalls alles in Richtung Spielfilm. Aber wir wollen nicht zuviel über ungelegte Eier reden. Wir halten euch auf dem Laufenden…

HM: Okay, super! Vielen Dank für die interessanten Einblicke in ein spannendes Projekt!

Arend: Im Namen von Lopta Film möchten wir uns noch bei allen bedanken, die uns bei diesem Projekt unterstützt haben! Siehe Teaser Credits! 1000 Dank! Danke auch an hackermovies für dieses Interview!

http://www.guerillasblood.com

Antworten

Geiler Teaser. Hollywoodlike, mehr brauch man dazu glaube ich nicht mehr sagen!

#1
14.07.09
13:30
ghostpictures.de
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