Ich dacht', Stotz hätt auch Kamera gemacht?!?
Das war für mich immer der Witz am Film:
a) Ein Film mit Stotz VOR der Kamera
b) Ein Film bei dem der Kameramann auch Darsteller is
...
aber dem scheint gar nich so zu sein??
Wow, richtig klasse. Besonders der Ton hat es in sich! Irgendwie ein stetiger Druck auf den Boxen. Nur als bei 6:10 das Jet über den Köpfen der Darsteller hinwegrauscht, da bleiben die mir irgendwie ein bisschen zu ruhig. ;-)
Und mit dem Jet, hast voll recht. Der Effektshot kam kurz vor knapp in den Film rein (ich glaube einen Tag vor Abgabe) und während ich den anderen Sound schon gemacht hatte, hat VFX-Hannes an der Stelle kurzerhand selber die Soundeffekte reingemacht. Und da ich keine Zeit mehr hatte, ist es so geblieben. Ich hab gehofft, es fällt niemandem auf... mann... hat mich auch immer gestört! ;)
Sehr geiler Short! Schauspiel einiger war halt auf Laien Niveau.
Der Effekt Shot hätte wuchtiger sein können. Und das Ende war Blöd. Mir hat der Twist nicht gefallen.
Die Atmosphäre war sehr genial. Mittendrin, wie ne Geisterbahnfahrt. Alles sah auch aufwändiger aus als es letztendlich eigentlich war, der Film wirkt Groß.
Gut gemacht! Wo kann man neue Sachen von dir sehen?
Grüße, David
Es tut mir leid, ich kann mich den Äußerungen der Vorgänger nicht anschließen, auch wenn ich meinen vollen Respekt und die totale Hochachtung (das meine ich ganz ernst!!) den aktiven hier für die überdurchschnittliche Qualität entgegenbringe.
ABER (und ich setze mal professionelle und keineswegs persönlich gemeinte Maßstäbe an):
Dafür, dass es sich um ein Projekt einer Filmakademie handelt ist es handwerklich nicht einmal TV Niveau.
Man stelle sich die wackeligen Bilder einmal auf der großen Leinwand vor - nach spätestens 30 Minuten benötigt jeder der Kinobesucher eine Aspirin. Vom wirklich guten Ton und einem Schnitt, wie er auch bei "ActionConcept" für eine RTL Serie durchgehen würde, sollte DRINGEND vor dem nächsten Dreh am Storytelling gearbeitet werden. Ich versuche dies mal in den wichtigsten Punkten zu erläutern:
1. unklar der Übergang von Hell zu Dunkel (ja gut - etwas außergewöhnliches ist passiert - aber ... WAS???
2. SIE sagt am Anfang "wir müssen auch raus" - ja? Wieso? Jeder normale Mensch würde flüchten - versuchen mit dem Wagen aus "dem Gefahrengebiet" zu kommen - wenn es so unheimlich ist. Erst wenn DAS nicht möglich ist, MUSS man raus aus dem Wagen und zu Fuß versuchen weg zu kommen.
3. Leute gehen in einen "Bunker" OHNE auch nur einen ebenfalls Flüchtenden zu fragen was passiert ist? NO WAY!
Besser wäre hier wenn der "Wichtigmann" am Eingang keine Wahl lässt. Er ist doch eine Autoritätsperson, schließlich fragt er nach der Anzahl und gibt ein GO or NO GO. Wieso hat er keinen bestimmenden Ton und lässt den Protagonisten keine Wahl?
4. Nach einem unverständlichen Schwaz/Brumm-Feld hat die Protagonistin in der fremden Umgebung und in der unbekannten Situation keine anderen Sorgen als Felix darauf aufmerksam zu machen, dass er die Kamera ausmachen soll ?????
5. 2'33" Der Zuschauer erfährt, dass es sich um einen Sturm handelt - AHA. Diese Info hätte vorher fallen müssen um dem Zuschauer in die wissende Position zu versetzen und ihm die Bedrohung für die Protagonisten von vornherein klar zu machen, dass es sich eben nicht um einen "normalen" Sturm handelt.
6. Die Erde bebt, das Licht flackert - und ein Typ hat "keinen Bock mehr". Das ist unglaubwürdig. Platzangst wäre hier eindrucksvoller gewesen. "Ich MUSS hier raus". Rein psychologisch übernimmt in einer solchen Situation immer EINER das Kommando (wo ist der Wichtigmann vom Anfang der Anweisungen gibt - "wir warten ab" - "hier sind sie sicher" o.ä., so dass man weis, er sagt definitiv die Unwahrheit. Dann macht auch der Gruppenzwang des "jetzt mach mal keine Panik" - "es reicht, ey", sowie die Aktion rud um den verschwundenen Freund einen Sinn.
7. Die Flucht ist soweit super aber - Wo ist der Böse ??? In welchem unbemerkten Moment wurde er abgehängt?
8. Aufnahme und Schnitt bei 7'30" (als die beiden Videobearbeiter den 3. Mann im Flur treffen) ist eine Vollkatastrophe. Es ist die gleiche Flucht! Rechts der Flur, links die Büros. Ein schlichtes Pick-Up, ohne über die Achse zu gehen (was ohne triftigen Grund erzähltechnisch sowieso die Höchststrafe verdient...) wäre geschickter gewesen.
9. Was ist der Grund für die ganze Aktion? Wieso mussten sie durch die "Strahlung" den Rest bekommen?
Leider zeigt sich, dass sich aus einer schlechten Story auch mit noch so vielen Effekten kein guter Film machen lässt. Jeder Studioboss, dem man diesen Streifen zum pitchen zeigen würde (weil ja hier in den Anmerkungen "und das Jahre vor Cloverfield" fiel), würde sofort fragen: Was wollt ihr denn für eine Geschichte erzählen?
Ich hoffe ihr nehmt mir die Anmerkung nicht übel. Aber wie dicht wäre der Short, wenn die Story von Anfang an dicht gewesen wäre ?!? da wäre in nur 7Minuten jeder Fingernagel runter gekaut gewesen.
;oD
Liebe Grüße aus CA
hm, ich glaub Du nimmst manches an dem Film zu ernst ...
Mit Fragen der Logik usw. muss sich ein Film auch nicht aufhalten.
Ich sehe "First Impact" als Experiment, bei dem es auch viele Schwachpunkte gibt ... stimmt, zu wenig Konflikt zwischen Figuren (bspw. bei "wir müssen auch raus").
Aber soo eng muss man das auch nicht sehen. Filmaka heißt ja auch nicht "perfekt" und "First Impact" war ja auch 'nen Semesterfilm, ich glaub Filmgestaltung (oder?), da geht's auch nur um Teilaspekte.
Klasse auf jeden Fall, dass Du Dir so viele Gedanken machst und konkrete Kritikpunkte nennst und teilst!
Ich wiederhole:
Die genannten Kritikpunkte sind nicht bös gemeint.
Aber a) finde ich, das "nur Lobhudelei" einen Filmemacher nicht wirklich weiter bringt und b) bei gleichem filmischen Aufwand ein einfach besseres Ergebnis möglich ist. Da hilft es auch nichts, handwerkliche Fehler als "Kunst" oder "experimentell" zu deklarieren. Picasso konnte auch RICHTIG zeichnen und hat daraus den Kubismus entwickelt. Filme zu machen bedeutet, ein Handwerk zu beherrschen, dass es dann zu verfeinern oder in eine bestimmte Richtung zu lenken gilt. Bitte denkt hier an Quentin Tarantino. Er hat seinen eigenen Stil, keine Frage. Aber handwerklich funktionieren die Filme - und zwar nach ganz klassischem Prinzip. Da gibt es ein Opening Image - Plot Points, (meist) drei Akte (ich mein jetzt nicht die nakkigen!! - sondern die Handlungsakte ;o) ) etc etc. - und eben ein Finale.
Noch einmal: Meine "Kritik" soll nicht heißen "schlecht" - sie soll heißen: "Storytelling ist das "A" und "O" für einen guten Film - ohne gute Story - niemals einer Film. Aber MIT guter Story und schlechtem Handwerk - jederzeit ein schlechter Film.
Es gibt bei jeder Produktion genügend Fehlerquellen die sich einschleichen - da heißt es doch (ob Hobby, Seminar oder Profi) die auszuschließenden Fehler auszuschließen. Oder?
"Man stelle sich die wackeligen Bilder einmal auf der großen Leinwand vor - nach spätestens 30 Minuten benötigt jeder der Kinobesucher eine Aspirin."
Öhm, das muss ich mir nicht vorstellen. Jeder zweite Film läuft zur Zeit nach diesem Schema ab. Selbst komplett animierte Szenen in Star Trek 11 haben aufgrund Kameragewackel Kopfschmerzen verursacht. Da habe ich mich geradezu gefreut, dass die Bilder der "Basterds" gegen den Trend "angenehm ruhig" waren :)
"Wackelbilder" sind auch nur ein Versuch, eine Art "Zeitgeist" gewesen. Mal was anderes. Ähnlich der Effekt-Geräte, als man dank der Elektronik Bilder plötzlich ohne aufwendige Kopierwerk-Arbeit fliegen und in jede Form stauchen konnte. Und das Resultat? Netter Versuch - doch sogar MTV hat wieder Bilder die vor und nach einem Schwenk einen 3 Sekunden-Stand haben.
Die Versuche, Filme durch "Bewegung" oder schnelle Schnitte (man denke nur an einen der letzten drei Bond's) sind löblich - aber gehören zu jenen Effekten, die das Publikum schnell über ist - und man besinnt sich wieder auf die (derzeit als) "angenehm" (empfundene) ruhige Bildfolge.
Film ist immer auch dem Zeitgeist und der Gesellschaft unterworfen. Aber im Grunde bleibt die Erzähl-Struktur die Gleiche wie beim ersten Film, als die Besucher vor der heran brausenden Lokomotive panisch flüchteten. Es gibt einfach gewisse Regeln, ohne die ein Film nicht funktioniert. Alle Versuche und alles Probieren in Ehren gewürdigt.
Um die Kritikpunkte mal teilweise zu relativieren: das ganze ist ja zu Beginn "fast" wie eine Doku, der Zuschauer KANN gar nicht mehr wissen als die Protagonisten. Und jedes Fragen nach warum und wieso ist in diesem Genre nicht valid. Das ist eben eine andere Dramaturgie als bei Hitchcock. Sicherlich muss man sich dann schon Gedanken machen wie das spannend bleibt usw. aber das Genre hat hier ganz starken Einfluss auf die Machart (optisch und inhaltlich).
Bei allem Respekt - aber das ist Unfug. Jede Doku teasert dauernd einen neuen Handlungsstrang an. Das macht Neugieirg. Und was ist Neugierde? Die Frage nach dem "was wird passieren". Wird sich die Familie versöhnen? wird der Sohn ausziehen müssen? Bekommt das Playboybunny noch einen Job? Auch das ist Dramaturgie. Blair Witch Project ist auch "fast wie eine Doku" - und es rasselt nur so mit dem zuschaue gestellten Fragen (Hauptfrage von Beginn an: Gibt es in diesem Wald wirklich Hexen? und die den ganzen Film über gestellte Frage: Werden die Protagonisten überleben?) Jede Tierdoku hat eine Dramaturgie. Auch hier stellen sich die Frage wie: Wird die Herde die Trockenzeit überleben? Werden die kleinen Feldmäuse in ihrem Nest bei dem nahenden Unwetter ertrinken? Wird das kleine Gorillajunge wirklich von seinem eigenen Vater umgebracht werden?
Das Genre ist eine Erzählform. Es entscheidet über das anvisierte Publikum. "Saving Private Ryan" ist ein gänzlich anderes Genre als "Titanic", "Matrix" oder "Training Day", die jeweils ein eigenes, völlig unterschiedliches Genre bedienen. Das Genre hat etwas mit der Erzählweise zu tun. Niemals aber mit der Dramaturgie. Da sind alle o.a. Filme gleich gestrickt.
Wenn man schon vorher weis, wer der Mörder ist, ist jeder Krimi nur noch Effekthaschend. Und ein Colombo, der genau dieses voraussetzt, wird durch die schrullige Art eines Peter Falk wieder interessant. Wie wird er es schaffen ... Was denkt er sich jetzt wieder aus ... - Gleiches Genre. Gleiches Storytelling. Aber die Prämisse ist anders gesetzt.
WENN der Zuschauer also nicht mehr wissen SOLL (schon der Begriff KANN ist hier irrtümlich gewählt, denn über das KANN entscheidet ja der Autor) muss er mit den Protagonisten leiden oder sich mit ihnen freuen. Doch hier hapert es schon am Catalyst in der Story. Was ist der Grund, wegen dem die Darsteller nicht die beine in die Hand nehmen und verschwinden? Das wäre zum Beispiel auch eine grundlegende Frage in jedem Horrorfilm: Eine Gruppe junger Menschen kommt bei einem Unwetter an einem gruseligen Haus an in dem offensichtlich jemand noch viel gruseligeres wohnt. Mal ehrlich - wer von euch würde anklopfen und fragen, ob er nicht die Nacht über da bleiben kann? Niemand! Die Spannung entsteht aber genau durch diesen Bruch - WEIL der Zuschauer schon eben weis, dass es gruselig IST und darauf hofft, dass es noch viel gruseliger wird.
Man wird niemals einen Film ausschließlich über die "Machart" (denn was ist Machart eigentlich? - stimmt - das zeigen oder weglassen erzählwichtiger Elemente) spannend bekommen.
Für den Zuschauer ist die Frage nach dem "warum" und "wieso" immens wichtig. Es entscheidet über Gefallen oder nicht gefallen. Rein geschmäcklerische Genre-Entscheidungen außen vor gelassen. In einem Liebesfilm wird der Freund eher mal von der Couch aufstehen und sich ein Bier holen, während SIE noch mit feuchten Augen ins Kissen schluchzt und umgekehrt wird sie lieber bei einem "Kriegsfilm" mit einer Freundin telefonieren, während ER die Darsteller ja HAMMER findet. (Ich weis - das ist das pure Klischee ;o) ).
Aber wenn SIE bei einem Liebesfilm lieber aufräumt und er sich an den PC wünscht - ist einwandfrei etwas beim Storytelling, oder/und der Erzählweise etwas mächtig daneben gegangen.
Ja ok, da haste in vielen Punkten recht. Doku ist auch das falsche Wort hier, denn eine Doku bekommt ihre Dramaturgie ja im Wesentlichen im Schnitt (und in der Planung, klar).
Aber hier KANN (und da KANN auch der Autor nichts dran ändern) der Zuschauer nicht mehr wissen als die Protagonisten, das würde dem Film total zuwider laufen. Und stimmt, die Spannung muss man dan eben anders erzeugen (und das eben im Gegensatz zu Hitchcockfilmen wie "Bei Anruf Mord". Ich weiß grad gar nicht mehr wie das bei North By Northwest war, ich glaub da wusste der Zuschauer auch nie mehr als der Protagonist und entsprechend wurden auch die Szenen aufgelöst)
Ich stimme mit Orpheum total überein. Der ganze Film macht einfach keinen Sinn und ist somit für mich als Zuschauer nicht glaubwürdig, sprich nicht immersiv.
Ich meine ihr hättet nur schon in den ersten paar einstellungen einen Stau zeigen können wo plötzlich die vordersten Autos am Horizont explodieren. Alle leute steigen aus ihren autos aus und rennen am Auto der protagonisten vorbei während die kamera mit sichtlichem unglauben auf die näher kommende explosion draufhält. Das gibt den protagonisten einen Grund so schnell als möglich abzuhauen und gleichzeitig fragt man sich wieso die autos explodiert sind. Es gibt dem ganzen einen glaubhaften rahmen und kommt somit auch beim publikum besser an.
Bis zur Totalen am schluss fand ich den Streifen gelungen. Hatte auf ein Ende ala The Fog gehofft.
Super Ton!
23:32
yeah
und das jahre vor cloverfield :D
23:39
Habe ich gar nicht gesehen :D Wie peinlich, also dafür, dass der Streifen aus dem Jahre 2004 stammt - echt geil, nachwievor!
07:52
Wooow! Echt cooler Short! Krasse Story irgendwie :-) Gute Arbeit. Gefällt mir.
11:12
Ich dacht', Stotz hätt auch Kamera gemacht?!?
Das war für mich immer der Witz am Film:
a) Ein Film mit Stotz VOR der Kamera
b) Ein Film bei dem der Kameramann auch Darsteller is
...
aber dem scheint gar nich so zu sein??
19:35
Nein, Stotz hat nur den Kamera-Mann gespielt. Das war sozusagen mein Witz für den Film ;)
Die eigentliche Kamera hat mein Mitstudent Ralf Noack gemacht.
In Kürze werd ich einen ausführlichen Bericht über die Enstehung posten.
Grüße,
Topper
23:21
Wow, richtig klasse. Besonders der Ton hat es in sich! Irgendwie ein stetiger Druck auf den Boxen. Nur als bei 6:10 das Jet über den Köpfen der Darsteller hinwegrauscht, da bleiben die mir irgendwie ein bisschen zu ruhig. ;-)
13:55
Gut wenn man einen Sub hat!
Und mit dem Jet, hast voll recht. Der Effektshot kam kurz vor knapp in den Film rein (ich glaube einen Tag vor Abgabe) und während ich den anderen Sound schon gemacht hatte, hat VFX-Hannes an der Stelle kurzerhand selber die Soundeffekte reingemacht. Und da ich keine Zeit mehr hatte, ist es so geblieben. Ich hab gehofft, es fällt niemandem auf... mann... hat mich auch immer gestört! ;)
23:30
Sehr geiler Short! Schauspiel einiger war halt auf Laien Niveau.
Der Effekt Shot hätte wuchtiger sein können. Und das Ende war Blöd. Mir hat der Twist nicht gefallen.
Die Atmosphäre war sehr genial. Mittendrin, wie ne Geisterbahnfahrt. Alles sah auch aufwändiger aus als es letztendlich eigentlich war, der Film wirkt Groß.
Gut gemacht! Wo kann man neue Sachen von dir sehen?
Grüße, David
13:15
Es tut mir leid, ich kann mich den Äußerungen der Vorgänger nicht anschließen, auch wenn ich meinen vollen Respekt und die totale Hochachtung (das meine ich ganz ernst!!) den aktiven hier für die überdurchschnittliche Qualität entgegenbringe.
ABER (und ich setze mal professionelle und keineswegs persönlich gemeinte Maßstäbe an):
Dafür, dass es sich um ein Projekt einer Filmakademie handelt ist es handwerklich nicht einmal TV Niveau.
Man stelle sich die wackeligen Bilder einmal auf der großen Leinwand vor - nach spätestens 30 Minuten benötigt jeder der Kinobesucher eine Aspirin. Vom wirklich guten Ton und einem Schnitt, wie er auch bei "ActionConcept" für eine RTL Serie durchgehen würde, sollte DRINGEND vor dem nächsten Dreh am Storytelling gearbeitet werden. Ich versuche dies mal in den wichtigsten Punkten zu erläutern:
1. unklar der Übergang von Hell zu Dunkel (ja gut - etwas außergewöhnliches ist passiert - aber ... WAS???
2. SIE sagt am Anfang "wir müssen auch raus" - ja? Wieso? Jeder normale Mensch würde flüchten - versuchen mit dem Wagen aus "dem Gefahrengebiet" zu kommen - wenn es so unheimlich ist. Erst wenn DAS nicht möglich ist, MUSS man raus aus dem Wagen und zu Fuß versuchen weg zu kommen.
3. Leute gehen in einen "Bunker" OHNE auch nur einen ebenfalls Flüchtenden zu fragen was passiert ist? NO WAY!
Besser wäre hier wenn der "Wichtigmann" am Eingang keine Wahl lässt. Er ist doch eine Autoritätsperson, schließlich fragt er nach der Anzahl und gibt ein GO or NO GO. Wieso hat er keinen bestimmenden Ton und lässt den Protagonisten keine Wahl?
4. Nach einem unverständlichen Schwaz/Brumm-Feld hat die Protagonistin in der fremden Umgebung und in der unbekannten Situation keine anderen Sorgen als Felix darauf aufmerksam zu machen, dass er die Kamera ausmachen soll ?????
5. 2'33" Der Zuschauer erfährt, dass es sich um einen Sturm handelt - AHA. Diese Info hätte vorher fallen müssen um dem Zuschauer in die wissende Position zu versetzen und ihm die Bedrohung für die Protagonisten von vornherein klar zu machen, dass es sich eben nicht um einen "normalen" Sturm handelt.
6. Die Erde bebt, das Licht flackert - und ein Typ hat "keinen Bock mehr". Das ist unglaubwürdig. Platzangst wäre hier eindrucksvoller gewesen. "Ich MUSS hier raus". Rein psychologisch übernimmt in einer solchen Situation immer EINER das Kommando (wo ist der Wichtigmann vom Anfang der Anweisungen gibt - "wir warten ab" - "hier sind sie sicher" o.ä., so dass man weis, er sagt definitiv die Unwahrheit. Dann macht auch der Gruppenzwang des "jetzt mach mal keine Panik" - "es reicht, ey", sowie die Aktion rud um den verschwundenen Freund einen Sinn.
7. Die Flucht ist soweit super aber - Wo ist der Böse ??? In welchem unbemerkten Moment wurde er abgehängt?
8. Aufnahme und Schnitt bei 7'30" (als die beiden Videobearbeiter den 3. Mann im Flur treffen) ist eine Vollkatastrophe. Es ist die gleiche Flucht! Rechts der Flur, links die Büros. Ein schlichtes Pick-Up, ohne über die Achse zu gehen (was ohne triftigen Grund erzähltechnisch sowieso die Höchststrafe verdient...) wäre geschickter gewesen.
9. Was ist der Grund für die ganze Aktion? Wieso mussten sie durch die "Strahlung" den Rest bekommen?
Leider zeigt sich, dass sich aus einer schlechten Story auch mit noch so vielen Effekten kein guter Film machen lässt. Jeder Studioboss, dem man diesen Streifen zum pitchen zeigen würde (weil ja hier in den Anmerkungen "und das Jahre vor Cloverfield" fiel), würde sofort fragen: Was wollt ihr denn für eine Geschichte erzählen?
Ich hoffe ihr nehmt mir die Anmerkung nicht übel. Aber wie dicht wäre der Short, wenn die Story von Anfang an dicht gewesen wäre ?!? da wäre in nur 7Minuten jeder Fingernagel runter gekaut gewesen.
;oD
Liebe Grüße aus CA
11:58
hm, ich glaub Du nimmst manches an dem Film zu ernst ...
Mit Fragen der Logik usw. muss sich ein Film auch nicht aufhalten.
Ich sehe "First Impact" als Experiment, bei dem es auch viele Schwachpunkte gibt ... stimmt, zu wenig Konflikt zwischen Figuren (bspw. bei "wir müssen auch raus").
Aber soo eng muss man das auch nicht sehen. Filmaka heißt ja auch nicht "perfekt" und "First Impact" war ja auch 'nen Semesterfilm, ich glaub Filmgestaltung (oder?), da geht's auch nur um Teilaspekte.
Klasse auf jeden Fall, dass Du Dir so viele Gedanken machst und konkrete Kritikpunkte nennst und teilst!
21:09
Ich wiederhole:
Die genannten Kritikpunkte sind nicht bös gemeint.
Aber a) finde ich, das "nur Lobhudelei" einen Filmemacher nicht wirklich weiter bringt und b) bei gleichem filmischen Aufwand ein einfach besseres Ergebnis möglich ist. Da hilft es auch nichts, handwerkliche Fehler als "Kunst" oder "experimentell" zu deklarieren. Picasso konnte auch RICHTIG zeichnen und hat daraus den Kubismus entwickelt. Filme zu machen bedeutet, ein Handwerk zu beherrschen, dass es dann zu verfeinern oder in eine bestimmte Richtung zu lenken gilt. Bitte denkt hier an Quentin Tarantino. Er hat seinen eigenen Stil, keine Frage. Aber handwerklich funktionieren die Filme - und zwar nach ganz klassischem Prinzip. Da gibt es ein Opening Image - Plot Points, (meist) drei Akte (ich mein jetzt nicht die nakkigen!! - sondern die Handlungsakte ;o) ) etc etc. - und eben ein Finale.
Noch einmal: Meine "Kritik" soll nicht heißen "schlecht" - sie soll heißen: "Storytelling ist das "A" und "O" für einen guten Film - ohne gute Story - niemals einer Film. Aber MIT guter Story und schlechtem Handwerk - jederzeit ein schlechter Film.
Es gibt bei jeder Produktion genügend Fehlerquellen die sich einschleichen - da heißt es doch (ob Hobby, Seminar oder Profi) die auszuschließenden Fehler auszuschließen. Oder?
21:43
"Man stelle sich die wackeligen Bilder einmal auf der großen Leinwand vor - nach spätestens 30 Minuten benötigt jeder der Kinobesucher eine Aspirin."
Öhm, das muss ich mir nicht vorstellen. Jeder zweite Film läuft zur Zeit nach diesem Schema ab. Selbst komplett animierte Szenen in Star Trek 11 haben aufgrund Kameragewackel Kopfschmerzen verursacht. Da habe ich mich geradezu gefreut, dass die Bilder der "Basterds" gegen den Trend "angenehm ruhig" waren :)
13:59
"Wackelbilder" sind auch nur ein Versuch, eine Art "Zeitgeist" gewesen. Mal was anderes. Ähnlich der Effekt-Geräte, als man dank der Elektronik Bilder plötzlich ohne aufwendige Kopierwerk-Arbeit fliegen und in jede Form stauchen konnte. Und das Resultat? Netter Versuch - doch sogar MTV hat wieder Bilder die vor und nach einem Schwenk einen 3 Sekunden-Stand haben.
Die Versuche, Filme durch "Bewegung" oder schnelle Schnitte (man denke nur an einen der letzten drei Bond's) sind löblich - aber gehören zu jenen Effekten, die das Publikum schnell über ist - und man besinnt sich wieder auf die (derzeit als) "angenehm" (empfundene) ruhige Bildfolge.
Film ist immer auch dem Zeitgeist und der Gesellschaft unterworfen. Aber im Grunde bleibt die Erzähl-Struktur die Gleiche wie beim ersten Film, als die Besucher vor der heran brausenden Lokomotive panisch flüchteten. Es gibt einfach gewisse Regeln, ohne die ein Film nicht funktioniert. Alle Versuche und alles Probieren in Ehren gewürdigt.
17:34
Um die Kritikpunkte mal teilweise zu relativieren: das ganze ist ja zu Beginn "fast" wie eine Doku, der Zuschauer KANN gar nicht mehr wissen als die Protagonisten. Und jedes Fragen nach warum und wieso ist in diesem Genre nicht valid. Das ist eben eine andere Dramaturgie als bei Hitchcock. Sicherlich muss man sich dann schon Gedanken machen wie das spannend bleibt usw. aber das Genre hat hier ganz starken Einfluss auf die Machart (optisch und inhaltlich).
15:43
Bei allem Respekt - aber das ist Unfug. Jede Doku teasert dauernd einen neuen Handlungsstrang an. Das macht Neugieirg. Und was ist Neugierde? Die Frage nach dem "was wird passieren". Wird sich die Familie versöhnen? wird der Sohn ausziehen müssen? Bekommt das Playboybunny noch einen Job? Auch das ist Dramaturgie. Blair Witch Project ist auch "fast wie eine Doku" - und es rasselt nur so mit dem zuschaue gestellten Fragen (Hauptfrage von Beginn an: Gibt es in diesem Wald wirklich Hexen? und die den ganzen Film über gestellte Frage: Werden die Protagonisten überleben?) Jede Tierdoku hat eine Dramaturgie. Auch hier stellen sich die Frage wie: Wird die Herde die Trockenzeit überleben? Werden die kleinen Feldmäuse in ihrem Nest bei dem nahenden Unwetter ertrinken? Wird das kleine Gorillajunge wirklich von seinem eigenen Vater umgebracht werden?
Das Genre ist eine Erzählform. Es entscheidet über das anvisierte Publikum. "Saving Private Ryan" ist ein gänzlich anderes Genre als "Titanic", "Matrix" oder "Training Day", die jeweils ein eigenes, völlig unterschiedliches Genre bedienen. Das Genre hat etwas mit der Erzählweise zu tun. Niemals aber mit der Dramaturgie. Da sind alle o.a. Filme gleich gestrickt.
Wenn man schon vorher weis, wer der Mörder ist, ist jeder Krimi nur noch Effekthaschend. Und ein Colombo, der genau dieses voraussetzt, wird durch die schrullige Art eines Peter Falk wieder interessant. Wie wird er es schaffen ... Was denkt er sich jetzt wieder aus ... - Gleiches Genre. Gleiches Storytelling. Aber die Prämisse ist anders gesetzt.
WENN der Zuschauer also nicht mehr wissen SOLL (schon der Begriff KANN ist hier irrtümlich gewählt, denn über das KANN entscheidet ja der Autor) muss er mit den Protagonisten leiden oder sich mit ihnen freuen. Doch hier hapert es schon am Catalyst in der Story. Was ist der Grund, wegen dem die Darsteller nicht die beine in die Hand nehmen und verschwinden? Das wäre zum Beispiel auch eine grundlegende Frage in jedem Horrorfilm: Eine Gruppe junger Menschen kommt bei einem Unwetter an einem gruseligen Haus an in dem offensichtlich jemand noch viel gruseligeres wohnt. Mal ehrlich - wer von euch würde anklopfen und fragen, ob er nicht die Nacht über da bleiben kann? Niemand! Die Spannung entsteht aber genau durch diesen Bruch - WEIL der Zuschauer schon eben weis, dass es gruselig IST und darauf hofft, dass es noch viel gruseliger wird.
Man wird niemals einen Film ausschließlich über die "Machart" (denn was ist Machart eigentlich? - stimmt - das zeigen oder weglassen erzählwichtiger Elemente) spannend bekommen.
Für den Zuschauer ist die Frage nach dem "warum" und "wieso" immens wichtig. Es entscheidet über Gefallen oder nicht gefallen. Rein geschmäcklerische Genre-Entscheidungen außen vor gelassen. In einem Liebesfilm wird der Freund eher mal von der Couch aufstehen und sich ein Bier holen, während SIE noch mit feuchten Augen ins Kissen schluchzt und umgekehrt wird sie lieber bei einem "Kriegsfilm" mit einer Freundin telefonieren, während ER die Darsteller ja HAMMER findet. (Ich weis - das ist das pure Klischee ;o) ).
Aber wenn SIE bei einem Liebesfilm lieber aufräumt und er sich an den PC wünscht - ist einwandfrei etwas beim Storytelling, oder/und der Erzählweise etwas mächtig daneben gegangen.
18:06
Ja ok, da haste in vielen Punkten recht. Doku ist auch das falsche Wort hier, denn eine Doku bekommt ihre Dramaturgie ja im Wesentlichen im Schnitt (und in der Planung, klar).
Aber hier KANN (und da KANN auch der Autor nichts dran ändern) der Zuschauer nicht mehr wissen als die Protagonisten, das würde dem Film total zuwider laufen. Und stimmt, die Spannung muss man dan eben anders erzeugen (und das eben im Gegensatz zu Hitchcockfilmen wie "Bei Anruf Mord". Ich weiß grad gar nicht mehr wie das bei North By Northwest war, ich glaub da wusste der Zuschauer auch nie mehr als der Protagonist und entsprechend wurden auch die Szenen aufgelöst)
18:27
Ich stimme mit Orpheum total überein. Der ganze Film macht einfach keinen Sinn und ist somit für mich als Zuschauer nicht glaubwürdig, sprich nicht immersiv.
Ich meine ihr hättet nur schon in den ersten paar einstellungen einen Stau zeigen können wo plötzlich die vordersten Autos am Horizont explodieren. Alle leute steigen aus ihren autos aus und rennen am Auto der protagonisten vorbei während die kamera mit sichtlichem unglauben auf die näher kommende explosion draufhält. Das gibt den protagonisten einen Grund so schnell als möglich abzuhauen und gleichzeitig fragt man sich wieso die autos explodiert sind. Es gibt dem ganzen einen glaubhaften rahmen und kommt somit auch beim publikum besser an.
00:26