"Combatant" ist eine Arbeit für den Kurs "Filmgestaltung" im 2. Semester an der Filmakademie Baden-Württemberg (wahlweise auch "aka").
Offiziell haben wir als Studenten für dieses Fach zwei Monate Zeit, um einen mehrminütigen Film zu produzieren, aber ein Monat geht allein schon mit Vorlesungen drauf, und zwei Wochen ... mit "Ideenfindung".
Mir war klar, dass nach "Simuliert", bei dem Schauspieler-Führung und Organisation zwangsläufig im Vordergrund standen, einfach mal wieder was im Guerilla-Style her mußte – ohne Drehgenehmigungen , ohne Organisieren von Übernachtungsmöglichkeiten und ohne ausgeliehenes "Profi"-Equipment, das ständig anders funktioniert als man denkt – wenn es überhaupt funktioniert.
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Deshalb habe ich mich auf mein Team von "Annas Schneemann" verlassen, das waren v.a. Daniel Nolde, Ilija Brunck und Matthias Aßmann. Wir wollten einfach mal wieder einen geilen Film drehen, der den Leuten gefällt und Spass macht - und zwar nicht nur dem Publikum beim Anschauen, sondern vor allem uns beim Drehen!
Und wir wollten auch wissen, was man in zwei Wochen als dreiköpfige Mannschaft auf die Beine stellen kann!
Karin als Schauspieler war am schnellsten gefunden, eigentlich noch vor der genauen Story. Die Geschichte brauchte trotz der Einfachheit dann noch erstaunlich lange, weil wir uns ständig mit komplexeren Motivationen, Schlüssen, und Handlungen quälten – bis dann kurz vor dem Dreh vom kleinen Bruder die simple, aber geniale Idee mit dem Twist am Schluss kam. Die grundlegende Art der Geschichte war uns aber ziemlich schnell klar Action sollte es sein, gradlinig und ohne Dialog, am besten nach dem erprobten Schema „Ein Held gegen die Welt“, oder genauer „Einzelkämpfer kämpft in feindlicher Umwelt gegen übermächtigen Gegner ums Überleben“. Dass es eine einsame KämperIN geworden ist – das lag v.a. an Karin, der die Rolle auf den Leib geschneidert war. Die wilde Umgebung lag nahe durch den Schwarzwald (wenig Organisationsaufwand , alles in unserer Umgebung).
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Und dass die Wahl des Gegeners auf einen Mech-ähnlichen Kampfroboter fiel – das lag einerseits dran, dass ich schon immer was mich Battlemechs machen wollte, und andererseits spekulierten wir schon im Vorfeld auf die grosse BT-Fangemeinde als potentielles Publikum (ein Schema, das wohl zu funktionieren scheint...).
Dreharbeiten guerilla-style
An insgesamt vier Drehtagen kämpfte sich Schauspielerin Karin Pittner (schon von Anfang an durch einen angeschlagenen Knöchel gehandicapt) mit uns durch den Wald – und wurde durch unsere Hauruck-Methoden gleich nach dem ersten Tag krank.
Mit Bilderbuch-Wetter, der Vorfreude, die bei uns immer an einem ersten Drehtag eines Projektes herrscht und genug Catering ging’s in den ersten Drehtag (ja, hier schmieren Regisseur, DoP, und Visual Supervisor noch selbst die Brötchen – und trotzdem blieb’s nur einem hängen ;) Mit unserer Riesen-Wummen-Atrappe belustigten wir schon am frühen Morgen die Spaziergänger auf einem der Parkplätze an der Wutachschlucht im Südschwarzwald.
Karin und Hy Quang |
Mit von der Partie waren am ersten Drehtag CG-Animator Ilija Brunck als Beleuchter, Hy-Quan-Quach als zweiter Kameramann und Kletter-Spezialist Johannes Hauer für die geplanten Abseil-Kamerafahrt an einer der Brücken über der Wutach - und natürlich Karin Pittner und ich, Steffen.
Die Ausrüstung füllte zwar alle Rucksäcke, die wir tragen konnten, bestand aber nur aus Maske und Kostüm für die Darstellerin, zwei Mini-DV-3-Chip-Canon-XM1 mit Zubehör und fetten Akkus, einem Styro, einer kleinen mobilen 200-Watt-Lampe und der Steadicam JR.
Der erste Drehort lag abseits der selbst schon recht waghalsigen Wanderwege im Dickicht am Fluß und ist direkt zu Beginn des Filmes zu sehen. Von den ersten Takes konnte nur jeder zehnte Take übernommen werden, da ich mir Rennen im Unterholz gar nicht so schwer vorgestellt hatte und noch diverse Timing-Probleme entstanden Entweder war die Kamera zu schnell oder zu langsam oder kam nie am Zielpunkt an, weil der Kameramann vorher schon stolpernd in den hohen Kelchpflanzen versunken war ... -)
Anschließend drehten wir auf dem Rückweg zum Wanderpfad im dichten Wald Teile der Mechverfolgungsjagd nach der ersten Feindberührung.
Wunderbares Vormittags-Sonnenlicht und die Schatten des Blattwerkes erwiesen sich als die besten Beleuchter und hätte auch noch ausgeklügelte HMI-Licht-Aufbauten übertroffen, Aufhellung für Karins Gesicht wurde immer vom Styro gegeben, soweit dies durch die schnellen Bewegungen möglich war.
Abzusehen waren hier allerdings schon die Probleme, die der geringe Kontrastumfang von DV-Kameras macht – waren das von Sonnenlicht getroffene Grün und die Schauspielerin richtig belichtet, sackten die Schatten ins Schwarze ab, rannte Karin durch diese, bekam ich durch Öffnen der Blende, um Zeichnung in den dunklen Bildstellen zu bekommen, unangenehme Überbelichtung im Rest des Bilds.
Auch Heldinnen... |
Bei starren Einstellungen versuchten wir, die Szene zwei Mal mit unterschiedlicher Blende zu drehen, soweit das eben ohne Stativ gelingen konnte – das Ganze hätte auch prima funktioniert, in den finalen Film schaffte es aber keine der Szenen, weil die Zeit zum Ausmaskieren und Tracken nicht vorhanden war.
Richtig Probleme sollten die fiesen Kontrastunterschiede aber erst in der nächsten Szene machen – in der langen Kamera-"Kran"-Steadicam-Fahrt über der Wutach.



Ach übrigens...
Die Idee zum superkrassen und obermegagenialem Turbo-Schluss kam von meiner Vielheit- a.k.a. Colonel Sacrifiz!!!
Nur so am Rande bemerkt... hab ja schliesslich kein copyright oder so beantragt! ;)
10:38
2. RE Ach übrigens...
Sag dazu, daß Du "Combatant" meinst, sonst raffen das die wenigsten! )
Steffen
12:26
3. RE Ach übrigens...
Mir kam der Schluss gleich so nach "Schluss-a-la-Higi" vor!
*lol*
13:52