Hallo an Alle... Also ich hab da mal wieder eine Frage und hoffe das ihr mir etwas weiterhelfen könnt? Ich hab hier ein paar Aufnahmen vorliegen wo verschieden Personen auf der Strasse quasi kurz interviewd werden und kurze Statements abgeben! Da es beim Filmen nur das eigentliche Mikro von der Camera gab ist das also der einzigste Ton der zur Verfügung steht und wie ihr euch sicher denken könnt relativ belastet mit Umgebungsgeräuschen die doch leicht stöhrend wirken!!
Jetzt die Frage: Gibt es eventuell irgendwie die Möglichkeit diese stöhrenden Umgebungsgeräusche ein wenig rauszufiltern?? Oder ist es vielleicht möglich nur die Stimmen etwas lauter zu pushen??
Hoffe euch fällt vielleicht etwas passendes ein?? MfG FuchS
Joined: 11 Jan 2002 Posts: 2617 Location: Duitsland
Ich würde versuchen, die Stimmen mit einem Equalizer hervorzuheben (oder die anderen Frequenzen eben abzudämpfen). Schön wird das sicher nicht, aber es könnte die Sprachverständlichkeit heben. Die relevanten Frequenzen dafür sind relativ eng. Ist leider schon etwas länger her, dass ich das hatte, aber ich meine, dass es ungefähr 1-3kHz sind. Einfach mal rumspielen.
Gibt es eventuell irgendwie die Möglichkeit diese stöhrenden Umgebungsgeräusche ein wenig rauszufiltern?? Oder ist es vielleicht möglich nur die Stimmen etwas lauter zu pushen??
Theoretisch nein, praktisch wie Futz schreibt: Equalizer, aber schön wird das nicht:
Am meisten dürfte ein LowCut (=Hochpass) bringen, bei ca. 150-300Hz. Je höher du den stellst desto mehr geht da vom Grundton der Sprache weg - allerdings ist das der Bereich, der so eklig zugerümpelt klingt.
Höhen rausdrehen: Tiefpass bis 3kHz runter, eher 4-5kHz. Das dient auch dem Ausgleich, wenn man Sprache untenrum absäbelt sollte man sie auch obenrum etwas dämpfen. (Ohren benutzen, das hört man dann schon...)
Präsenz anheben: mit einem parametrischen Equalizer, Bandbreite ca. 1 Oktave (ist das gleiche wie Güte Q=1,4), Anhebung von 3-6dB um 2..3Khz.
Das ganze klingt dann immer mehr nach Telefon... da musst du durch ;-)
Wenn die Kamera auf Pegelautomatik stand werden die Umgebungsgeräusche in den Sprachpausen auch noch lauter. Wenn du nur ein paar Minuten Audio hast: mach das per Hand und Lautstärkehüllkurve wieder weg, mit Kompressor (als Expander eingestellt) und/oder Noise-Gate fummelst du dich tot. Vielleicht kann sowas eines der De-Noiser Tools aus einem Audio-Restaurations-Pakete? (Da kenne ich mich nicht mit aus.) Ich würde vermutlich ein wenig mit Reafir (freies VST-Plugin) rumprobieren und es dann doch raus lassen. (Klingt sehr schnell nach Metall/Sprungfeder/schlechtem Händie-Empfang)
Vor allem: übertreibe es nicht. Wenn du die Sprache verständlich rausgearbeitet hast, dreh alles wieder ein wenig zurück, damit es nicht so fies bearbeitet klingt.
Hmpf. Wenn man mal wieder am Ton spart... Trotzdem ein Tipp:
Wenn Du es mit dem EQ schaffst, die Stimmen sauber auszuarbeiten - und sei es, dass es nach Telefon klingt - dann ergänze später das was fehlt:
bei Telefon z.B. das Bassfundament durch einen künstlichen - evtl. ebenfalls gefilterten (Stimme "frei" halten") Diesel LKW Motor aus dem Archiv. Damit hast Du immer noch O-Ton mit O-Störgeräuschen, kannst aber die wirklich störenden Geräusche dosieren. greif also einfach ins Archiv, schaue, dass es auch wirklich ungefähr zur O-Athmo passt, und bügel damit Schnitte, telefon etc. wieder gerade...
Also im Prinzip so, als wenn Du eine Musik setzen würdest: jedes Instrument in seinem Frequenzbereich... Extremes drehen ist dabei solange erlaubt, solange es dann gut bzw. besser klingt. Und da sollte man nach einigen Stunden Arbeit sich Feedback von Freundin holen oder mal zwischendurch einfach Musik hören und das Original, ob man nicht verschlimmbessert...