Jetzt gibt es ja schon zwei Diskussionsstränge zu Horrorfilmen/zur Horrorfilmszene in Deutschland.
Da macht es sinn, einen dritten zu eröffnen :)
Hier soll es darum gehen: Was macht einen guten Horrorfilm, wie kann man einen guten Horrorfilm schreiben?
Also eine Art Brainstorming und Diskussion darüber, wie Horror funktioniert, damit wir auch alle was davon lernen, abgesehen davon, wer wie warum welchen Film mag oder nicht mag ;).
Ich fang mal an:
Wenn ich einen Horrorfilm sehe, will ich mich gruseln und Angst kriegen.
Das kriegen aber nicht mehr so viele Filme hin. Die Filme die in der Hinsicht bei mir am besten funktioniert haben, waren The Ring, Der Exorzist, Alien (beim ersten schauen :) ).
Ansonsten fallen mir erstmal so gut wie keine Filme ein, bei denen ich mich wirklich gegruselt hab.
Grundsätzlich stelle ich für mich fest, Horrorfilme funktionieren bei mir nicht mit Splatter. Damit kann man zwar Ekel auslösen, aber nicht Angst. Auch Zombiefilme machen mir keine Angst, auch wenn ich sie gern schaue. Dann aber mehr als Actionfilme, als als Horror ;).
Auch dürfte es einen großen Wandel gegeben haben, was als Horror/Grusel empfunden wird.
Ich hab hier noch die Klassiker rumstehen, Dracula, Frankenstein, die Mumie, die würden heut nicht mal meine Oma hintern Ofen hervorlocken, was nicht nur daran liegt, was in den 30er Jahren an Film- und Effekttechnik vorhanden war, sondern auch daran, an was das Publikum gewöhnt ist.
Filme die heute noch beim Publikum funktionieren (natürlich alles meiner Meinung nach) gibt es erst ab den 60ern wieder, mit z.B. Psyscho von Hitchcock und Rosemary´s Baby.
Aber auch nur bedingt. Die ganzen Zombiefilme der 60er und 70er Jahre lösen heute keinen Horror mehr beim Publikum aus. Obwohl Night of the Living Death und Dawn of the Dead von Romero Meilensteine der Filmgeschichte sind, dürften sie für das heutige Publikum eher dröge sein.
Ich denke, das wichtigste Element in einem Horrorfilm ist das Monster/der Bösewicht. Horrorfilme funktionieren nicht über Starschauspieler.
Ich glaub so gut wie niemand ist in Gothika wegen Halle Berry und Penelope Cruz reingegangen. Horrorfilme können nur so gut sein, wie das 'Böse' in ihnen ist.
Nightmare on Elms Street, Alien, der Exorzist oder auch The Ring leben und funktionieren darüber, dass das Filmmonster so gruselig ist.
Aber auch das kann sich abnutzen.
Zombiefilme sind heutzutage nicht mehr gruselig, weil einfach schon jeder Zombies kennt. Sie sind nichts unbekanntes mehr. Im Gegenteil, eine ganze Generation von Jugendlichen wartet nur sehnsüchtig darauf, dass die Zombieapokalpyse ausbricht und sie zu Helden werden können ... ^^
d.H. aber auch, das man als Horrorfilmer das Problem hat, dass es seitens des Publikums einen Gewöhnungseffekt gibt. Wenn man einen guten Filmbösewicht erschaffen hat, mag der für ein, zwei oder drei Filme gut sein, aber danach ist er nicht mehr gruselig, sondern wird zum Kostüm auf na Halloweenparty degradiert.
So ist es mit Vampiren, Werwölfen und Zombies ja bereits geschehen. Das selbe passiert ja auch im Splatter-Subgenre. Um das Publikum herauszulocken, muss man immer brutaler werden.
So, erstmal genug von mir ;)
Hier noch ein paar Fragen um den Einstieg in die Diskussion zu erleichtern:
Welches sind eure 'gruseligsten' Horrorfilme?
Was ist euch bei einem Horrorfilm wichtig? Angst? Ekel? Spaß?
Wie funktioniert ein Horrorfilm?
- Gibt es spezifische Plots/Storyaufbaus, die typisch für Horrorfilme sind?
- Welche funktionieren am besten?
Wie holt ihr euch Inspiration für einen Horrorfilm?
Seit ihr mehr übernatürlich Horrorfans oder steht ihr mehr auf irdischen Horror/Psychothriller?
...



Ich empfehle "Horror. Die Lust am Grauen." von Hans Baumann.
Das Thema hat viele Facetten. Mein Hauptproblem mit Horror- und Grusel-Geschichten ist immer der Widerspruch, dass ich etwas unheimlich finde, was ich nicht genau kenne. Wenn die Geschichte aber endet, ohne dass man das Unheimliche erklärt bekommt, ist es irgendwie auch unbefriedigend. Wenn man das Monster nie zu Gesicht bekommt, dann ist es irgendwie blöd, wenn man es aber ständig ganz gezeigt bekommt, verliert schnell seine Gruselwirkung. Bei Alien (und zum Beispiel auch im "The Thing" von Carpenter) haben sie das super gelöst, weil man immer dann, wenn man das Alien gesehen hat und glaubt verstanden zu haben, sofort eine neue Variante kommt und das Monster deshalb nie richtig greifbar ist.
15:53
ich finde DER WEISSE HAI ist ein gelungener horrorfilm. vor allem der schluss. ich kenne nicht viele filme, die so einen starken showdown haben zwischen anta- und protagonist.
der film fängt mit einem schocker an - hai frisst frau. spannung baut sich auf und so richtig lustig wird es nach der midpoint katastrophe, als sie aufs meer rausfahren, um zu fischen ;)
horror ist ja nicht gleich splater. mir ist wichtig, dass die story auch packend erzählt wird und dass es nicht nur diese horrormomente gibt und keine story. in homers worten: "laaaaaaaaaanweilig"
DER EXORZIST ist genial. letztens noch geguckt. beide film sind einfach gut und intelligent erzählt. und es sind nicht nur diese horromomente, die diese filme ausmachen. ja, ich wiederhole mich. es ist die story, in die diese horrormomente eingebunden sind. das ist der schlüssel! behaupte ich mal.
eine gute schule wäre diese filme zu studieren, zu gucken bis man sie auswendig kann. das ist natürlich keine garantie, dass man dann zum guten geschichtenerzähler wird, aber schon mal ein anfang.
http://www.die-besten-horrorfilme.de/hor ror/film109-Der-weisse-Hai.csp
17:08
...ja und wäre beim Weißen Hai alles nach Plan gegangen wäre es ein mieser "B" Horrorstreifen geworden.
Was heute als genial gilt war damals reiner Zufall und in den Augen der Filmemacher selbst (ja auch Spielbers Augen) ein Desaster.... bitte hierzu das hier zu guggen:
Oaks
19:25
kennen wir schon. ich zumindest als DER WEISSE HAI fan kenne das schon.
19:31
...boah, muß dein Leben in Trümmern liegen...
19:37
wieso?
19:42
:-))) wie geil
19:49
echt jetzt? danke!
20:06
@Futz:
"Horror. Die Lust am Grauen." gibts nur noch gebraucht ... mal schauen ob ich da ne günstige Variante finde.
Das ist tatsächlich ein großes Problem, nicht nur in Horrorfilmen. Auch in Fantasyfilmen und Buchverfilmungen.
Zu Beginn ist die Fantasy des Zuschauers sehr hilfreich, aber wenn die Konklusion dann schlechter ist, als die Vorstellung des Zuschauers ist dieser erstmal enttäuscht.
Die letzten M.Night Shyamalan-Filme kranken daran. Vor allem 'das Dorf' (so schöner Spannungsaufbau und dann das langweilig möglichste Ende).
Aber genauso, wenn man es andersrum macht und das Monster sofort zeigt, das stimmt, das erzeugt einfach so gut wie keinen Horror (es sei denn es ist ein Mensch der sich horrormäßig verhält). Uwe Boll Filme kranken ziemlich stark daran ^^ Alone in the Dark wäre wahrscheinlich zehnmal besser gewesen, hätte man die Monster nicht gesehen ^^.
Das heißt also, als Horrorfilm-Autor muss man versuchen, so viel wie möglich der Fantasie der Zuschauer zu überlassen und wenn man das Monster dann doch zeigt, die so entstandene Erwartungshaltung nicht zu enttäuschen. Das könnte man schaffen, in dem man das Monster sich wandeln lässt, nachdem es gezeigt wird, damit der Zuschauer es nicht fassen und verstehen kann.
Ich glaube nichts zerstört Horror (und auch Magie/Zauberei) mehr, als wenn man sie versteht.
@BN:
Der weisse Hai ist ein gutes Beispiel, hat aber auch das Problem, dass es heutzutage niemanden mehr gruselt, zumindest mich nicht :).
Aber du hast insofern recht, dass ein guter Horrorfilm nicht nur gute Horrorelemente braucht, sondern eben auch eine gute, spannende Geschichte.
So ziemlich alle hier genannten Horrorfilme bestehen nicht nur aus guten Horrorelementen, sondern besitzen auch eine spannende Geschichte UND Charaktere mit denen man mitfühlt.
Alien ohne Ripley, der Exorzist ohne der Priester oder der weisse Hai ohne den Haijäger, dessen Name mir jetzt einfach nicht einfallen will, wären nur halb so spannend.
Daran krankt z.B. ganz stark die Alien vs. Predator Filme. Die menschlichen Charaktere in diesen, es stört einen nicht, wenn die sterben. Das ist natürlich tödlich für die Spannung, wenn man als Zuschauer sich eher freut, wenn der nächste stirbt, weil die so platt geschrieben sind (genauso ist das ja bei den meisten Teenie-Horrorfilmen so ...).
@7River:
The Return of the Living Death, war doch der, wo in so na Fabrik im Keller alte 'Biogiftgasflaschen' des Militärs rumstanden, die dann Leck schlugen und es der einzige Zombiefim war, in dem die Zombies wirklich 'Gehirrrnneee' sagen?
Der ist zwar Fun to watch, aber gruselig ist auch nicht mehr :)
Den Exorzismus von Emily Rose fand ich nicht so gelungen, zumindest als Horrorfilm. Als Gerichtsdrama mit fantastischem Einschlag schon eher, aber das Gerichtssetting zerstört natürlich etwas die Horroratmosphäre. Die Gerichtssallszenen zerstückelen die Spannung m.M. zu sehr.
Und zu dem Grundaufbau, an einem Ort ist was schreckliches geschehen, eine Gruppe reist an und wird gekillt ... so fangen leider heutzutage viele schlechte Filme an :/
Wenn man sich die besten hier anschaut, der weisse Hai, Exorzismus, Alien, trifft das in der Form nicht drauf zu.
Vor allem der Exorzismus bricht ganz extrem mit dem Genre. Während es in so gut wie allen Horrorfilmen darum geht, dass jemand sterben soll, das man mit den Hauptcharakteren mitfiebert, Angst um sie hat, ist der Padre im Exorzismus nicht in Lebensgefahr, er könnte einfach gehen. Dort wird viel mehr um die Angst der unsterblichen Seele gespielt.
Während uns so gut wie alle Horrorfilme um unser Leben fürchten lassen wollen, geht Exorzismus einen Schritt weiter und lässt uns um unsere Seele fürchten.
@Der Fonz:
Kann dir da nur zustimmen. Obwohl man es natürlich nicht allein auf Bildgestaltung, Schnitt und Inszenierung (mit dem Hinweis: weniger ist mehr) reduzieren sollte.
Die Story an sich halte ich nicht für nebensächlich. Also in der Hinsicht, dass sie schon gut geschrieben (und gespielt) sein sollte. Horrorfilme, die mit Technobabbel, Zufall und Dummheit der Charaktere gelöst werden, sind meistens schlecht oder gehören zur Scary Movie Reihe :).
Aber es stimmt schon.
Wenn man Bildgestaltung, Schnitt und Sound verkackt, kann keine Gruselstimmung auftauchen. Man brauch sie, um Spannung und damit Horror aufzubauen.
Wobei es da natürlich tausend unterschiedliche Varianten gibt. Hitchcock hat das anders gelöst als Ridley Scott und Blair Witch Project oder Paranormal activity haben noch einen anderen Zugang gefunden.
Das Problem dabei ist, dass wir mit Bildgestaltung und Co. die Ebene des Drehbuchs verlassen haben. Aber das Buch ist m.M. nach genauso wichtig wie der Rest.
Es nützt die beste Kameraführung, Setdesign und effekt- und sounddepartment nicht, wenn das zugrundeliegende Buch schrott ist :).
@Maximus: Einige von denen hab ich noch nicht gesehen, werd ich mal reinschauen :)
@Oaks:
Das 10-kleine-Jägermeister-Prinzip (Politisch korrekte Variante :) ) ist zudem sehr abgelutscht. So gut wie jeder Splatterfilm basiert darauf.
Es kommt auch drauf an. Beim Exorzismus war es ja auch ein Kind, das besessen ist. Das hat es dadurch aber noch gruseliger gemacht.
Wohingegen in Alien vs. Predator 2, wo schwangere als Brutkästen für Aliens missbraucht werden, das einfach nur noch geschmacklos war.
Kinder (oder auch Spielzeug), das gruselig wird, ist in gewisser Weise ja noch horrormäßiger, weil sich da die unschuldigsten oder Symbole für die Unschuld in die Gefahr verwandeln.
@Joe
Ja, aber was macht einen guten Bösewicht aus?
Grundsätzlich sind alle Horrorbösewichter, die guten wie die schlechten, Eindimensional.
Sie sind Böse (weil sie in der Kindheit missbraucht wurden, weil sie der Teufel sind oder weil sie einfach Böse sind), wollen Töten, Seelen stehlen, Menschen verderben oder unsere Gehirne fressen ...
Sind sie mal nicht mehr Böse ... funktioniert der Film meistens nicht mehr als Horrorfilm (wie z.B das Original Ende von I Am Legend:
eindeutig besseres Ende, aber es macht aus dem Horrorfilm mehr eine Sozialkritik :) ).
Wir haben es also mit eindimensionalen Charakteren zu tun, die das Publikum gerade deswegen unterhalten, weil sie so bösartig sind. So gnadenlos.
Gleichzeitig müssen sie aber eine gewissen Tiefe mitbringen.
Ein Freddy Krüger glänzt durch seine tollen Sprüche, durch seine Fähigkeit, in den Schlaf einzudringen und durch die geniale Schauspielkunst eines Robert Englund.
Und auch die meisten Filmmonster - hrm.
Grundsätzlich würde ich mich ja sträuben, solche einseitig bösen Charaktere zu erschaffen, wenn ich an einem Drehbuch arbeite, aber für einen gute Horrorfilm scheint es unabdingbar zu sein.
Denn sobald sie nicht mehr nur böse sind, ist es kein Horror mehr, sondern ein Drama.
Ein Alienmonster, das seine Kinder vor den Menschen beschützt, die die Eier klauen, wäre auf einmal quasi 'die Gute' im Film. Ein Dämon, der Menschen besetzt, um ihre Seelen zu retten, wäre nicht gruselig ... ^^
12:18
Die Realität ist mitunter schon schlimm genug, deshalb gefallen mir diese Filme, wegen der Mischung aus Grusel und Fun, auch heute noch. „The Return of the Living Dead“ 1986 von Dan O Bannon handelt von einem jungen Mann, der als Lagerarbeiter (Versand) in einer Firma anfängt. Der Chef zeigt ihm ein altes Fass (mit Sichtfenster) vom Militär, worin ein Zombie steckt. Der junge Mann: Das Ding sieht aber verrostet aus. Der Chef: Das ist dicht! Und haut dagegen. Zisch! Trotz alle dem grandioser Streifen.
Muss denn die Grausamkeit nur noch angehoben werden, um die Leute zu unterhalten?
12:36
Naja, es kommt drauf an.
Es gibt Filme, die sollen Unterhalten (The Return of the Living Dead ist so einer) und es gibt Filme, die Unterhalten, in dem sie beim Zuschauer Angst auslösen = Horrorfilme.
The Return of the Living Dead ist ein sehr unterhaltsamer Film, aber er ängstigt nicht :).
Und dabei geht es nicht umgezeigte Grausamkeiten.
Exorzismus oder Alien ist mit sicherheit unblutiger als The Return of the Living Death, aber trotzdem viel gruseliger/angsteinflößender.
Ich glaub da muss man gewaltig unterscheiden.
Return of the Living Death ist mehr ein Vorläufer von Shaun of the Dead. Sie haben einen ganz anderen Zweck, sie sollen ganz andere Gefühle (Fun) beim Zuschauer auslösen, als ein Exorzismus oder Alien (Angst, Spannung).
Ich wollte hier für den Thread mehr richtung Angst und Spannung. Wie kann man das beim Publikum erzeugen. Und es scheint ja einhellige Meinung zu sein, dass gerade eine Steigerung des Zeigens von Grausamkeiten nicht dazu führt, dass ein Film ängstigender wird, sondern sogar das Gegenteil eintritt.
12:47
Ich finde das M. Night Shyamalan sehr gut mit „Signs“ und „The Village“ gezeigt hat, dass man Spannung durch interessante Geschichten rüberbringen kann. Klar, bei diesen Filmen scheiden sich die Geister!
12:53
„The Return of the Living Dead“ ist einer meiner Ever Greens. Die Mischung aus Humor und Grusel ist einfach nur genial. Alleine der Leichenbestatter mit seiner Luger und seinem Mantel. Und was für eine Musik er da über Walk Man hört … Und natürlich die beklemmende Atmosphäre in „Alien“ und „Das Ding“ (Carpenter). „Fenster zum Hof“ von Hitchcock und „Nightmare on Elm Street 1-2 sind auch nicht übel.
Einer der mir sehr gefallen hat ist „Der Exorzismus von Emily Rose“. Eine tolle Mischung aus Gerichtsdrama und Grusel wie ich finde.
16:35
uh Alder, da haste aber was neues ausgegraben ;-)
Im Ernst. Ich schaue eigentlich ganz gerne Horror/Gruselfilme und hab auch schon einige gesehen, aber du hast Recht...viele funktionieren nicht mehr. Um der Sache auf die Spur zu gehen, werde ich mich mal selber versuchen, bei meinem nächsten Projekt
http://www.hackermovies.com/506507/suspe nse-horror-kurzfilmdreh-the-nois...
Erst gestern habe ich einen gesehen (Sick Boy), der war so erbärmlich schlecht gemacht, dass ich echt sauer war. Schlechte Kameraführung, saumäßiger Schnitt, extrem schlechte Schauspieler und die Story erinnerte mich sehr stark an unser letztes Projekt :-))
Nur in USA wird sowas produziert, hier hast du mit so etwas keine Chance. Zurück zum Thema:
Die Kunst der Horrorfilme ist es: Spannung und Stimmung durch Bilder zu erzeugen. Die Meisten gehen heute hin und überladen ihre Filme mit zu viel Effekten oder Gore...damit ist die eigentliche Spannung nur schwer zu halten. Sobald man das Monster/Mörder etc. zu oft gesehen hat, ist der Effekt weg. Die wahren Suspense Meister sind oder waren Hitchkock und Ridley Scott, die es mit Bildern schafften das pure Gruseln zu erzeugen.
Scott hat es zudem drauf, Effekte und Monster gezielt und dezent einzusetzen, so, dass es nicht überladen ist, sondern zur Spannungserzeugung beiträgt.
Wie gesagt, Spannung und Grusel wird für mich über die Bilder und Inszenierung erzielt. Dieses Handwerk verstehen heute nur noch die Wenigsten. In Hollywood versucht man alles über Millionen Dollar herauszuholen.
Es gibt auch noch ein paar wenige Spanier, die es verstehen guten Grusel zu erzeugen, weil sie eher auf die alte Regiekunst setzen...was man dann merkt.
Bei Gruselfilmen ist die Sory auch eher zweitrangig.
Zu deinen Fragen:
Meine Favoritenfilme, die bei mir Angst und Gänsehaut ausgelöst haben sind:
Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973) Orginaltitel: Don’t Look Now
Alien 1-3
So finster die Nacht aus dem Jahr 2008 (obwohl das Remake auch nicht sooo schlecht war)
Amityville
Die Frau in Schwarz
Paranormal Activity (war auch nicht schlecht)
Für mich ist der Spannungsverlauf wichtig und dass die Bilder meine Fantasie anregen und mir Angst machen
Ein Horrorfilm funktioniert meiner Meinung nach zu 90% aus der Bildgestaltung gepaart mit gutem Sound und dem Schnitt
Für mich ist es am wichtigsten, dass der Spannungsverlauf stetig ist und auf keinen Fall abbricht
Irdisch oder überirdisch ist mir latte, Hauptsache er unterhält mich und ich bin gebannt am Bildschirm mit Gänsehaut
Inspiration hole ich mir über andere Filme ;-)
..fonz
16:46
" Ekel " von Polanski und " Der Mieter ", auch Polanski, sind, oder waren für mich beim ersten Mal anschauen der reinste Horror überhaupt. In meiner Jugend, ich war 12, sah ich den Film " Du Lebst noch 105 Minuten " und,
der geht auch 105 Minuten. Hinzu kommt moch " Wiegenlied für eine Leiche " und " Die Teuflischen ". Alles Oldies. Von der neueren Generation finde ich " Ju - On ", beim ersten Mal, fürchterlich erschreckend. Oder die Ring - Filme. Quasi schleichender Horror der von hinten und unten kommt. " The Strangers ", " Shining ". Einen guten Horror - Film schreiben ist nicht einfach. Es wurde schon alles X - Mal erzählt, kombiniert und gekreuzt.
" Hostel " ist auch Horror in gewissem Sinn. Da wird gezeigt, zu was der Mensch fähig ist. Es geht wenige um das Gemetzel.
16:54
An einem Ort ist etwas Schreckliches geschehen, meist in der Vergangenheit, und später reisen die Darsteller dort an. Und nach und nach werden diese dezimiert - und zwar auf eine unangenehme Art. Diese Struktur wird ja oft verwendet.
17:44
Scheint nicht wirklich alle zu Interessieren, was wir hier Schreiben, 7River.
20:03
In welcher Szene aus " Der weiße Hai " sieht man eine Kamerafahrt vor mit gleichzeitigem Zoom zurück? Wie heißt der Knoten, den der Hai - Experte binden soll ? Als sie den ersten Hai fingen, schlitzten sie ihm den Bauch auf. Ein USA Kennzeichen kam zum Vorschein. Aus welchem Staat der USA war das? Wer schrieb die Musik vom Weißen Hai ? Welches Studio produzierte den " Weißen Hai " ? Wieviele Hai Modele gab es für den Film?
21:11
1. hai frist kinter jungen - zwischen der 15:30. und 17. minute
2. schafsknoten - zwischen der 64. - 67. minute
3. bundesstaat fällt mir nicht mehr ein, aber der tigerhai kam aus irgendwelchen gewässern.
4. john williams, aber abkekupfert von antonín dvořák, aber das wissen auch nur die wenigsten - liegt mein leben jetzt schon wieder in trümmern?
5. 2 haie (aber da bin ich mir nicht mehr sicher)
und das alles ohne nachzugucken. ja, ich weiß, mein leben liegt in trümmern. gähn...
ich kann nur empfehlen, den film zu analysieren.
hier der clip zu 4:
21:42
Ja, das ist nämlich falsch ;)
22:34
klar. wenn ich williams wäre, würde ich auch leugnen, dass das zufall war, dass sich die musikstücke 1 zu 1 ähneln. williams, der dieter bohlen der filmmusiker.
We have now reached the final song, though it may not be the most shocking on this list, it is surely the least known. Ladies and gentlemen, the theme song from the movie "Jaws." Composed/stolen by renowned composer John Williams (Star Wars, Jurassic Park, E.T., Indiana Jones, and many more), the iconic theme was completely taken off of a symphony by romantic composer Antonin Dvorak; the part that was taken was the final movement of his New World Symphony. To close, John Willams is renowned (bekannt dafür) for stealing from old composers and has made a career out of doing it. So is he a genius, or a crook?
23:12
Natürlich ähnelt das Thema den ersten Tönen des vierten Satzes von Dvořáks 9. Symphonie, aber danach unterscheiden sich die Stücke in jeder Hinsicht. Die Ähnlichkeit vom Charakter und des Kompositionsstils ist großer zum "Sacre" von Strawinski.
"Geklaut" ist es meiner Ansicht nach von beiden nicht, sondern eher "inspiriert von". Daran habe ich auch nichts auszusetzen. Entscheidend war Williams Leistung, die Musik auf diese Art einzusetzen.
08:29
Zu behaupten, die Stücke würden sich 1 zu 1 ähneln ist absoluter Schwachsinn.
Ebenso die beleidigende Aussage, Williams wäre der Dieter Bohlen der Filmmusik.
Das einzige was sich ähnelt, ist das kurze Halbtonmotiv am Anfang, wonach sich beide Stücke komplett anderes entwickeln.
Um Williams als Bohlen zu verkaufen müsste man meiner Meinung nach ein paar handfestere Beispiele bringen als diesen kurzen, nicht besonders gelungenen Clip.
John Williams ist seit nunmehr über 60 Jahren als Komponist für Filmmusik tätig.
Sein Lebenswerk umfasst eine schier unglaubliche Fülle und Bandbreite an Musik aus den verschiedensten Stilrichtungen.
Da ist es völlig unmöglich sich nicht von anderen Werken inspirieren zu lassen,
bzw. immer völlig einzigartige, innovative Musik zu schreiben.
16:41
vergleich mit dita sollte nur ein gag sein. aber es ist schon bekannt, dass john abkupfert. das wollte ich nur mal erwähnen.
17:22
Okay, ich dachte schon du meintest das ernst ;)
Das mit dem abkupfern kann man so oder so sehen.
Ich halte an "inspiriert" fest, aber das darf jeder für sich entscheiden :)
20:57
War das nicht Nevada?
21:17
Was meinst du mit Nevada?
21:26
nope das schild war aus Louisiana, und die nummer war "007-981."...was ich mit meinem Clip zeigen wollte ist, das selbt Steven Spielberg nicht das wußte was Hitchcock wußte, das schlimmste ist was man nicht sieht und dem Zuseher seine eigene Fantasie erlaubt und nur durch viel unglück mußte er zurück zu diesen Wurzeln und erschuf einen Geniestreifen.
Das 10-Kleine Negerlein Prinzip (is das politisch korrekt ?) das is in meinen Augen nicht Gruselig sondern lustig. Aber Paranormal Activity, Poltergeist, Drehbücher von BN oder auch The Descent sind für mich zum fürchten...dinge die nicht kontrollierbar sind..schrecklich.
Es kommt aber auch auf den Typus des Zusehers an, Filme in denen es Kinder erwischte...da hab ich als Jugendlicher Popcorn gemampft...jetzt als Vater...bleibts mir im Halse stecken und meine Kids Mampfen es auf... ich glaube man kann Horror nicht festlegen.
oaks
21:35
BN, gut. Dein Leben liegt nicht in Trümmern. Ja, dass mit den Kindern...es soll einen Zombie Film geben mit Kindern. Aber der BN kennt den Film gut. Muss man sagen ohne wenn und aber. Aber, es war ein Schafsschenkel;)
21:44
Bin hier mit Horror beschäftigt. Und zwar geht es um ein Kind und ein Zombie.
Ich mag auch Der Weiße Hai. Auch ein Film der heißt TAKEN hat horror in mein Geschmack. Ist aber offiziell kein Horrorfilm.
Und Gabriel, wenn es bei dir um der Bösewicht geht, will ich ein gute Grundidee sehen. Z.B wie in Elmstreet.
23:38
OK, dann mal 2 Worte von mir:
Im Prinzip, schubladig gesehen, hat Horror, was andere angsterregende Filme nicht haben: Ein übernatürliches Element.
Dazu lesen sich heute noch immer sehr praktisch:
H.P. Lovecraft, Supernatural Horror in Literature - http://www.hplovecraft.com/writings/text s/essays/shil.asp
Stephen King: Danse Macabre - http://www.amazon.com/Stephen-Kings-Dans e-Macabre-King/dp/042518160X
Lars Svendsen, Philosophy of Fear: http://www.amazon.com/Philosophy-Fear-La rs-Svendsen/dp/186189404X/ref=sr...
Horrorfilme reflektieren meistens die Ängste einer Generation (wenn man von den Remakes absieht, die nur alte Filme reflektieren), da werden Kriege (Vietnam, Irak, kalter Krieg - 70/80er Zombies, Hostel-Folterwelle ab 2000, die ja streng genommen keine Horrorfilme sind, weil nix Übernatürliches drin ist), Krankheiten (Krebs, Aids - die ganzen Mutationshorrorfilme wie Alien, The Thing, etc) - dh heute müsst man sich überlegen: Wovor fürchten sich die Menschen heute?
Urängste funktionieren nach wie vor: Das Ding im Dunkeln (Alien), das Monster ausserhalb der Leinwand (Halloween), die Furcht vor dem Unbekannten (The Thing) - ich denk, das ist noch immer die stärkste Sache.
Warum alte Horrorfilme ihren Effekt verlieren: Aus demselben Grund wie alle anderen alten Filme - die Umsetzung ist nicht zeitgemäß und besonders Klassiker erscheinen einem doppelt abgedroschen, weil sie am öftesten nachgeahmt werden und man sie x-mal in anderen Filmen gesehen hat, bevor man sie eigentlich zum ersten Mal sieht. Ausserdem altert Film schneller als Literatur, die Bilder im Kopf sind immer besser als jene auf der Leinwand.
Horrorfilme sind wohl auch das schwierigste Genre, um wen zum Lachen zu bringen, reichts, wenn wer auf einer Banane ausrutscht, aber den Leuten eine Todesangst zu machen, dazu muss man eine Atmosphäre schaffen und das Unglaubliche so glaubhaft machen, dass der Zuseher sich davor fürchtet.
So, das mal auf die Schnelle.
EDIT: Es schadet, glaub ich, nicht, wenn man mit Horror aufgewachsen ist - sei es real, in Literatur, Filmen - mir fällt jetzt kein Filmemacher oder Autor ein, der nicht vor seiner beruflichen Karriere nicht schon in der Kindheit mit Horror beschäftigt hat.
19:32
Ergänzend: Horror ist der Zwillingsbruder der Komödie. In beiden Genres ist das Timing wesentliches Element. Das macht sie auch so anspruchsvoll in der Produktion. Oder wie Carpenter sagt:
What makes a good comedy? Well, you find yourself laughing. What makes a good horror movie? Well, you find yourself screaming.
[...]
You know, a lot of comedy is timing. The same with horror, exactly the same. It's all about the timing -- the timing that you use in setting up the suspense, there's timing in setting up the characters, the environment, everything about it.
Der ganze Artikel passt übrigens zum Thema:
19:57
Für mich war das wichtigste Element von Horrorfilmen immer das Unbekannte, Unsichtbare. Es reicht doch schon mal nachts durch den Wald zu gehen. Wir funktionieren nun mal so stark über den Sehsinn, dass uns alles was nicht mit den Augen erklärbar ist, Angst machen kann.
Was ich auch sehr gut finde in Hinsicht das "Monster" nicht zu zeigen ist einen Ersatz dafür zu schaffen. Was ich damit meine, ist eine Art Stellvertreter für das Monster. Zwei geniale Beispiele sind dafür das Thema des weißen Hais (allein das Auftreten der Musik macht dann schon Angst) und in Alien 2 dieses Anzeigegerät für Lebensformen. Man starrt da auf diesen blöden Handmonitor und Punkte bewegen sich auf einen anderen Punkt zu und man wird wahnsinnig. Warum? Weil die Punkte für die Aliens stehen und man bis dahin gelernt hat diese Punkte mit all dem Bösen zu assoziieren.
Ein Punkt fällt mir auch noch ein: in Horrorfilmen geht es oft um Isolation und Ressourcenverknappung, evtl. auch eine Urangst, von der Gemeinschaft getrennt zu sein. Mal findet sich ein altes manövrierunfähiges Schiff im Ozean und das eigene Boot mit dem man hinkam ist nicht gut verträut und haut ab, mal ist man in der Einöde und das Handy droht leer zu gehen. In Akte X gabs mal böse Fliegen die Angst vor Licht hatten und das Benzin für den Generator wurde knapp etc.
11:18
Genau.
Knapp gesagt: schleichende Angst erzeugen und du hast die halbe Miete
12:14