Moin moin mal wieder!
Vor gut nem Jahr habt ihr mich schon mal bei einer Seminararbeit unterstützt - dafür an dieser Stelle DANKE!
Dieses mal brauche ich eure Hilfe für meine BA:
1) Wie ist der allgemeine Workflow in der Postproduktion bei digitalen (Kino)filmproduktionen?
Also, welche "festen" Postproduktionsschritte fallen an UND in welcher Reihenfolge? Oder wird die Reihenfolge auch gern vertauscht? - Man kann dabei natürlich entweder von einer aufwändigen Produktion ausgehen, mit viel VFX, Grading etc. und natürlich auch von einer mit geringeren Postpro-Schritten.
2) Man hat mir gesagt, dass Postpro-Jungs genau wissen, was sie (erfahrungsweise) mit dem Ausgangsmaterial machen können UND was nicht geht.
Ich meine dabei Sachen wie z. B. maximal mögliche Aufspreizung der Tonwerte, Änderung der Sättigung, Aussschnittsvergrößerung, Keying, Gammaänderung etc. ...
Man kann dabei (wahrscheinlich) differenzieren, welches Ausgangsmaterial zur Verfügung steht. Ich gehe mal von ProRes 4:2:2 (HQ) aus.
Wie weit könnte man gehen, wenn man unkomprimiertes als Ausgangsmaterial hätte?
3) Welche Postproduktionsfirmen, -häuser, kennt ihr, die ich dazu darüber hinaus interviewen könnt?
Ich weiß eure Hilfe zu schätzen und bin schon gespannt auf eure Antworten!
Viele Grüße
Mat
PS: Achja, vielleicht ist der ein oder andere vielleicht sogar bereit, mit mir auch persönlich darüber zu reden. Ihr geht dann natürlich als Nachweis in meine Arbeit mit ein :)



Okay, vielleicht ist die digitale Filmproduktion noch etwas neu ;)
Wisst ihr vielleicht ein wenig mehr über konventionelle Kinofilmproduktion?
Also was mit den Digital Intermediates dann z. B. möglich ist / war?
Ich wäre froh um jeden Tipp ;)
00:36
Da die Antworten auf Deine Fragen sehr umfangreich sein können, ist das vielleicht der Grund, dass sich noch keiner rangetraut hat. Als Antwort könnte man praktisch eine ganze Arbeit drüber schreiben;)
Mit DI ist alles möglich, was mit Originaldigitalfootage auch möglich ist. Es bedeutet ja nur, dass das Filmmaterial eingescannt wird, im Computer digital bearbeitet wird und anschließend wieder ein Film damit belichtet wird. Das kann man aber auch schnell im Netz nachlesen.
09:20
ist es nicht sinn einer bachelorarbeit die dinge SELBST zu recherchieren? haben wir auf unserer uni jedenfalls gelernt...
23:41
1.
Meiner Erfahrung nach:
Alles kreuz und quer durcheinander :D
2.
Was glaubst du, was die Leute während der Ausbildung lernen?
Sie sollten schon wissen, was sie machen.
3.
leider kenne ich kein Studio, dass zu einem Interview bereit wäre.
Eventuell Actionconcept. Aber wie alle anderen auch, haben die meist keine Zeit.
Sorry, wenn die Fragen nicht die gewünschte Antwort sind.
Aber ganz ehrlich.
zu 1
Meine ich sogar ernst.
zu 2
Ich hab meinen Part gelernt. Und dazu gehören natürlich auch diverse Standarts und Co.
Ich geh davon aus, dass die anderen Leute vom Projekt auch soweit alles gelernt haben....
Zu 3
Momentan würden die Leute, mit denen ich zusammenarbeite über eine Interviewanfrage schmunzeln.
Die sitzen alle von morgens bis abends vor den Projekten. Da ist nicht viel Zeit für Interviews.
Eventuell mal bei den öffendlich rechtlichen nachfragen.
Die haben viel mehr Zeit als die Leute, die ihr Geld ehrlich verdienen.
00:16
Probier es doch mal bei Atlantik (http://www.cinepostproduction.de) in Hamburg. Die sind ein Kopierwerk was sich in den letzten Jahren stark auf Digitale Postproduktion verlagert hat. Leider habe ich da auch keinen direkten Ansprechpartner. Sonst fällt mir noch VCC (http://www.vcc.de)in Hamburg ein.
13:22
und davon auszugehen das das ausgangsmaterial "ProRes 4:2:2 (HQ)" ist, wage ich mal zu bezweifeln.
1. schneidet nicht jeder mit Final Cut. Bei großen Produktionen ist auch Avid sehr gefragt und da is ProRes nüscht.
2. hat auch ProRes in deiner Variante nur 4:2:2, was bei Film mit viel Farbkorrekturen auch nicht das gelbe vom Ei ist. Betrachten wir mal den Workflow mit ner RED. Hier hast du das Material in 4:4:4 vorliegen. Dieses wird dann z.b. in eine .dpx Bildsequenz gewandelt in 16bit z.b.
damit haste unglaublich viel mehr bildinformationen als beim ProRes 4:2:2 ;) Apple ist halt doch nicht der Nabel der Welt, auch wenn einem das manche Unis verklickern wollen...
20:10
Ist zwar ein Workflow mit 35mm Film, aber evtl. bringts dir ja trotzdem was.
Der Prozess hinter einem DI (Digital Intermediate)
21:04
Wie schon einige Vorredner geschreiben haben, ist das ne Abhandlung einer Ganzen Arbeit. Da ich ab und an in der Schweiz über dieses Thema Doziere oder Vorträge halte, kann ich dir kurz einen Abriss geben:
Postproduktion bei Kinofilmen fängt schon sehr früh an. Im Gegensatz zu vielen, gehört die Post schon mit in die Vorplanung.
Ich rede nur von der PreProduction bis PostProduction aus sich von Hollywood oder den Grossen Kinofilmen und nicht, aus sich, "Ich weiss wies geht und mach mal was".
Also Kurzer Ablauf als Stichworte ( nicht alles genau enthalten )
PreProduction
Drehbuch Development
Kostenkalkulation
Storyboard
Konzept und Ausarbeitung der Sachen im Artdepartment
Drehplan und Location
Postproduction Vorplanung ( Wer Was Wo, Welche Daten )
Dreh
1st Unit
2nd Unit
Loging, Datensammlung, Datenaufnahmen am Set ( Fotos, Dimensionen... )
PostProduciton
VFX Production
Schnitt
Finishing Grading
Wichtig ist hierbei, das die Preproduction gut und gerne mal 50-60% der gesammten Produktionszeit in Anspruch nimmt, der Dreh ca 10-15% und die Post den Rest.
Also, normalerweise geört zum ersten Team in der Vorbereitung der Regisseur, Produzent und der VFX Supervisor. Danach kommt der Line Producer und das Art Department dazu.
Warum der VFX Supervisor schon dabei ist, liegt auf der Hand. Die VFX Szenen werden immer Aufwändiger und müssen im Budget, in der Planung und in der Ablicklung der Post integriert werden. Zudem betriffen VFX auch alle ander Department wie Licht, Kamera, Art Department, Make Up und viele andere.
Zur Post Vorbereitung gehört auch die Wahl der Kamera und des Workflows.
Und NEIN ProRES gehört sicher nicht zu einem Kino Produktionsstandart. Wieso kommen alle Mac User nur immer auf diese Idee. Pro RES ist nichtmal ein Master Codec der von Broadcaster Akzeptiert wird, warum denn denkt ihr das im Absoluten Highend Tops Segment das plötzlich anders ist?
Allgemein wird meist DPX oder auch Cinemform als Master File Format verwendet. Alles Unkomprimiert, sprich, aus RED oder auch aus ARRI RAW, Film Scans werden DPX file Sequencen erstellt in 16 oder 32 Bit Flowting Point.
Alle grossen Systeme Arbeiten meisst nur mit Bildsequencen. Dies hat den Vorteil, dass nicht plötzlich aus 24p 25p oder 30p entsteht und es nen drucheiander gibt. Zudem ist die Verarbeitung schneller als bei einem Komprimierten File wie ProRES oder sogar h264. Die Systeme brauche keine Leistung beim Darstellen des Bildes, weil nicht das File Decodiert werden muss. Bei Komprimierten Files schon. Aber dafür braucht man ein Storrage, wie bei jedem normalen Schnittplatz auch, welches die Leistung von halt mal 380 Mbyte ( nicht Mbit ) erreicht oder gar mehr, ( 1600 Mbyte bei 4K )
Es entsteht auch kein Verlust der Qualität.
Normalerweise wird der Schnitt auf einem "kleinen System" gemacht. Und hier kommt ab und an FCP bei kleinen Produktionen zum Einsatz, was dann in einer geringen Auflösung der Schnitt in ProRES ergibt. Aber nur für den Rohschnitt. Meinens erachtens ist das ziemlich hirnrissig. Zum einen weil alles Rohmaterial zuerst Tagelang von z.B, Arri RAW oder RED RAW umgewandelt werden muss. Und bei ProRES dauert das ewig - um dann zum schluss doch alles in entweder RED RAW oder ARRI RAW oder DPX Filesequencen zu Mastern. Daher wird sehr sehr viel mit AVID Media Composer gearbeitet. Media Composer kann nativ in HD RED oder ARRI RAW verarbeiten. Was Zeit und Fehlerquellen einsparen kann.
PostFirmen gibs wie Sand am Meer. Nur schau nach den Grossen, sprich Scanline oder ARRI selber. Wenn ich wirklich die Filmrichtung Interessiert, dann wirklich nur die grossen.
Die kleineren machens anders, natürlich aus Kostengründen. Was aber immer wieder viel Risiken birgt.
Du kannst mich kontaktieren, und ich kann dir mal einiges darüber erzählen. Ich hab auch bei einer der grössten Posthäuser in der Schweiz gearbeitet, bei Egli Film, welche auch Schwarzfilm gekauft hatte. Abzweig war auch in Berlin zu hause.
Gruss Chris
20:45
da kann man nichts mehr beifügen...chris hat alles gesagt :) voll aufn punkt gebracht
17:47